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Mit dem Zug (und Fähre) von Wien über Barcelona nach Mallorca – Die Route

Mitte September haben wir eine Reise, die wir schon lange mal machen wollten in die Realität umgesetzt: mit dem Zug nach Spanien. Unser Ziel: ein Treffen mit meiner Familie auf Mallorca. Während Eltern und Schwester mit dem Flugzeug angereist sind, haben Alex und ich uns in den Zug in Wien gesetzt und waren innerhalb von 5 Tagen in Barcelona. Nach kurzem Aufenthalt am spanischen Festland ging es dann weiter mit der Fähre auf die Balearen. Wie genau unsere Strecke ausgesehen hat, wieviel die Zug Tickets kosten und wie viel Zeit man sich für so eine Reise nehmen soll, teile ich mit euch in diesem Blogpost.

Unsere Route und Alternativen

Als wir über die Route sprachen, war für uns sofort klar, dass wir über Frankreichs Mittelmeerküste reisen wollten, statt über Paris. Ich hatte wage Erinnerungen an die Aix-en-Provence aus meiner Kindheit. Wollte auch schon immer mal das türkisblaue Meer an der Cote d’Azur sehen, also stand unsere ungefähre Route schnell fest. Da die Strecke länger, als die über Paris ist, brauchten wir auf jeden Fall zwei Stopps in Frankreich, was ohnehin eine gute Entscheidung war, weil wir dadurch viel mehr gesehen haben. Wir blieben in jedem Ort den wir angesteuert haben, eine Nacht. Nur in Barcelona waren es dann zwei Nächte.

Unsere Route: Wien – Mailand – Antibes – Cassis – Barcelona (4 Tage) – Palma de Mallorca 

Alternative Routen wären:

Ticket buchen

Wir haben lange überlegt, ob sich ein Interrail Ticket für unsere Reise auszahlen würde. Nachdem ich die ganze Strecke einmal durch gerechnet hatte, sind wir aber zu dem Entschluss gekommen, dass wir mit einzelnen Tickets günstiger dran sind, vor allem weil man in vielen Zügen in Italien, Frankreich und Spanien Sitzplätze gegen einen Aufpreis reservieren muss, das wäre dann beim Interrail Ticket noch dazu gekommen.

Interrailticket (4 Tage innerhalb von einem Monat): 246€ + Nightjet Reservierung: 40€ + weitere Reservierungen: ca. 30€

unsere Zugkosten insgesamt: 275€

Den ersten Zug, unseren Nachtzug von Wien nach Mailand haben wir ungefähr zwei Wochen im vorhinein über die ÖBB gebucht. Alle anderen Zugtickets haben wir bequem über die App Trainline gekauft. Die App schlägt immer die günstigste und schnellste Verbindung vor, was uns extrem bei unserer Routenplanung geholfen hat. Diese Tickets haben wir immer einen Tag im vorhinein gebucht. Da es täglich nur zwei Züge von Paris nach Barcelona gibt, würde ich empfehlen, für diese Strecke, doch noch etwas früher zu buchen. Wir hatten echt Glück und haben wohl noch die letzten Tickets für den Zug bekommen, der andere war nämlich schon ausgebucht.

Wien – Mailand (13 Stunden I 1 Zug I 80€)

Der Nachzug von Wien nach Mailand Porta Garibaldi fährt täglich. Immer um 19.23 Uhr geht es von Wien Hauptbahnhof über Bruck an der Mur und Villach in die Modemetropole. Wir hatten uns zwei Betten in einem 4er Liegewagen reserviert. Wir waren in guter Gesellschaft, und haben dabei zwei Maturanten kennengelernt. Einer der am Beginn seiner Interrailreise stand, der andere der für ein Praktikum nach Verona fuhr. So war es nur halb so schlimm, dass wir auf wirklich engem Raum für die Nacht zusammen gepfercht waren.

In der Früh gabs Frühstück ans Bett, was aus Instantkaffee und Schwarzbrot mit Marmelade und Nutella bestand. Auf jeden Fall ein ausbaufähige Auswahl, vor allem wenn man an die ganze Plastikverpackung dabei denkt. Wir hatten schließlich eineinhalb Stunden Verspätung – dafür bekamen wir noch mal ein extra Goodiebag von Trenitalia. Verspätungen auf dieser oder anderer Nachtzugstrecken in Italien gehören irgendwie dazu. Das hatten wir bereits bei unserer Rom-Reise erlebt.

In Mailand haben wir schließlich eine Nacht verbracht. Was wir dort und in den anderen Städten, in denen wir mit dem Zug vorbei kamen, erlebt haben, kommt noch mal in einen extra Blogpost.

Mailand – Antibes (5,5 Stunden I 2 Züge I 45€)

Wir hatten lange überlegt, wo wir unsere Zwischenstopps an der Französischen Mittelmeerküsten machen sollten. Wir wollten große Städte wie Nizza meiden, schließlich fiel unsere erste Wahl auf Antibes, die uns aufgrund seiner Mittelalterlichen Innenstadt überzeugt hat. Dafür haben wir einen Schnellzug von Mailand Centrale nach Ventimiglia gleich um 9 Uhr früh gewählt. Bis zum italienischen Grenzort dauert es fast vier Stunden. Dort stiegen wir dann in einen Regionalzug um, der uns über Nizza und Montecarlo direkt nach Antibes brachte. Die Zugfahrt auf dieser Strecke ist ein Traum und ich empfehle unbedingt einen Platz in Fahrtrichtung Links einzunehmen, da man von dort aus die beste Sicht auf die kleinen Küstenorte und Strände hat. Um 15.00 Uhr waren wir pünktlich in Antibes, noch genug Zeit um die kleine Stadt zu erkunden, und um den späten Nachmittag am Strand ausklingen zu lassen.

Antibes – Cassis (2 Stunden I 2 Züge I 30€)

Von Antibes ging es um 9 Uhr früh wieder mit einem Regionalzug weiter nach Toulon, wo wir in einen  weiteren Regionalzug nach Cassis umstiegen. Für beide Züge brauchten wir keine Sitzplatzreservierung, trotzdem waren genügend Plätze verfügbar und die Strecke war sehr kurzweilig.

Um 11 Uhr kamen wir am Bahnhof in Cassis an. Da der Bahnhof 3 km vom Stadtzentrum entfernt ist, wollten wir ursprünglich den öffentlichen Bus nehmen, für den mussten wir aber 20 Minuten warten, also entschieden wir uns zu Fuß zu gehen. Da es nicht außerordentlich heiß war, war der Fußmarsch in die Stadt erträglich. Wir waren ungefähr 30 Minuten zu Fuß unterwegs. Am nächsten Tag, als es wieder zurück ging zum Bahnhof, haben wir uns dann aber für den öffentlichen Bus entschieden, der auch direkt neben unserem Hotel weg fuhr. Für 1€ kommt man bequem innerhalb von 10 Minuten zum Bahnhof.

Cassis – Barcelona (6 Stunden I 3 Züge I 120€)

Um 10.30 Uhr starteten wir am Bahnhof in Cassis am nächsten Morgen. Da bekam ich ein E-Mail von der französischen Bahngesellschaft SNCF, dass unser Zug von Nimes nach Barcelona nicht fahren konnte. Mehr Information hatten wir nicht, kein Warum und keine Alternative. Die Dame am Ticketschalter in Cassis hat uns daraufhin empfohlen, einen späteren Zug zu nehmen, mit dem wir dann erst um 22 Uhr in Barcelona sein würden, wir wussten aber, dass dieser Zug bereits ausgebucht war.

Wir hielten daher von der Idee nicht viel und machten uns auf zu unserem ersten Stopp nach Marseille, wo wir hofften mehr Informationen zu dem mysteriösen E-Mail zu bekommen. Durch eine kurze Recherche im Internet, fand ich dann schon während der Zugfahrt heraus, dass es wegen schlimmer Regenfälle zu Überschwemmungen in Nimes gekommen war und der Zug daher die Stadt nicht anfahren konnte. In Marseille half uns eine unglaublich nette Mitarbeiterin weiter. Wir konnten den geplanten Zug nehmen, nur sollten wir erst später, in Montpellier umsteigen. Das taten wir dann auch und obwohl der Zug nach Montpellier dann auch wieder eine Verspätung von fast einer Stunde hatte, konnten wir den Zug der aus Paris kam, Richtung Barcelona, noch erwischen. Mit einer Verspätung von ungefähr einer halben Stunden kamen wir dann am späten Nachmittag in Barcelona an, ideal um gleich im Hotel einzuchecken und noch durch die Stadt zu schlendern.

Wir waren beide extrem überrascht und erleichtert, wie gut die Umleitung funktioniert hatte. Außerdem musste unser Ticket nicht geändert werden. Auch als ich mit Trainline in Kontakt trat, wo ich unsere Tickets gebucht hatte, wurde uns versichert, dass eventuelle Zusatzkosten von ihnen übernommen werden würden. 

Barcelona – Palme de Mallorca (7 Stunden I 1 Fähre I 9€)

Nach dem wir zwei Nächte in Barcelona verbracht haben, ging es für uns spät Nachts mit der Fähre auf die Balearen. Wir hatten das Fähren Ticket schon ein paar Wochen im Vorhinein besorgt. Man kann zwischen drei verschiedenen Fährgesellschaften wählen, wir hatten uns für die günstigste, GNV, entschieden. Bei directferreies.com kann man ganz gut die Preise der verschiedenen Gesellschaften vergleichen, außerdem kann man auch zwischen verschiedenen Abfahrts- und Ankunftszeiten wählen. Weil wenn man eine Fähre über Nacht nimmt, dann ist zu beachten, dass die meisten noch vor Sonnenaufgang in Palma ankommen (so auch unsere) und da hat weder ein Café noch sonst was offen.

Der günstige Preis war auf unsere Bullmannsitze zurück zuführen. Definitiv was ich beim nächsten Mal anders machen würde. Eine Kabine zahlt sich aus, wenn man zumindest ein bisschen schlafen möchte.  Es gab nur ein paar wenige Bullmannsitze, in dem Raum lief konstant der Fernseher, das Licht brannte und immer wieder unterhielt sich jemand, außerdem war die Klimaanlage auf gefühlt -10 Grand eingeschaltet. Die Fähre war klein und eher für Lastwägen ausgelegt, somit war der Passagierbereich überschaubar. Während ich versucht habe zu schlafen, wurde mit leider richtig übel, weshalb ich dann die restliche Nacht draußen an Deck verbrachte, wo es wesentlich wärmer war. Meine Seekrankheit wurde erst zwei Stunden nach der Ankunft besser. Eine Fahrt an die ich nicht so gerne zurück denke, obwohl ich eigentlich schon sehr oft mit Fähren verreist bin.

Fazit

Unsere Reise war ein absoluter Traum. Ich habe es sehr genossen, dass wir so viel am Weg bis nach Barcelona sehen durften. Natürlich war die Reise nicht ganz billig, immerhin kamen auch noch Hotels und Essen zu den Zugkosten dazu. Aber man sieht ja auch einfach deutlich mehr als auf einer Flugreise, die beispielweise direkt nach Mallorca geht. Auch die Strecke fand ich perfekt, Antibes und Cassis waren wirklich wunderschöne französische Orte, die einen Besuch wert sind. Mailand hat mich total positiv überrascht und möchte ich unbedingt bald wieder sehen. Und, obwohl ich vor ungefähr 12 Jahren schon mal in Barcelona war, hat mich die Stadt diesmal wirklich komplett überzeugt.

Ich freue mich schon auf die kürzere Zuganbindung, die es dann ab Dezember 2021 über Paris geben wird. Somit kommt man wirklich sehr schnell mit dem Zug in die spanische Hafenstadt. Aber auch wenn man einfach einen Urlaub an der Cote d’Azur plant, empfehle ich, eine Anfahrt mit dem Zug. Die Cote d’Azur ist von Wien aus wirklich einfach in nur zwei Tagen erreichbar (einen nächtlichen Zwischenstopp in Mailand empfehle ich). Und an der Cote d’Azur kann man alle Küstenorte ganz gemütlich mit dem Zug ansteuern, ohne Parkplatzsuche, ohne Stau stehen, ohne Verkehr… super einfach!

Bald folgen noch extra Posts zu den einzelnen Stopps. Wo wir geschlafen haben, wo wir gegessen haben und was wir dort so in der kurzen Zeit erlebt haben. Bleibt also gespannt.

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