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3 Wochen ohne Mietauto auf den Azoren – Flug, Ausrüstung und Budget

Die Azoren: Vulkan-Inseln mitten im Atlantik, exotische Fauna, Wasserfälle, hohe Luftfeuchtigkeit, Walbeobachtungen, Wandern und Surfen. Das alles und noch viel mehr bieten die neun unabhängigen Inseln, die mit Portugal assoziert werden. Schon seit Jahren standen diese Inseln auf meiner Bucketlist, nicht zuletzt wegen der unwahrscheinlich schönen Natur und natürlich wegen meiner Liebe zu Portugal. Im September war es dann so weit: drei Wochen Inselhopping auf den Azoren. 

Bereits im Frühling waren wir auf der Suche nach der richtigen Reisedestination für September. Irgendwie hat sich September bereits als unser Lieblingsmonat zum Verreisen offenbart. Hochsaison ist in vielen Ländern bereits vorbei, weniger Touristen als im Hochsommer und meist ist es auch nicht mehr ganz so heiß, wie die Monate davor. Außerdem verlängert man so seinen Sommer. Die meisten Reiseziele fielen wegen der Hurrikan-Saison durchs Raster (zum Beispiel Costa Rica). Wenig wussten wir, dass auch die Azoren von Hurrikans im September betroffen sind. Aber dazu später mehr… Der günstige Flugpreis, die Temperaturen und die Tatsache, dass man auf den Azoren außer Wandern auch noch Wellenreiten kann, überzeugte dann auch meinen Freund. Wir buchten also unsere Flüge.

Der Flug

Direktflüge auf die Azoren gibt es europaweit nur von vier Flughäfen: Lissabon, Porto, Frankfurt und London. Da wir also ohnehin zwei Flüge benötigten um auf die Azoren zu gelangen, planten wir einen Zwischenstopp in Lissabon und buchten beim Hinflug zwei Nächte und beim Rückflug eine Nacht in Portugals Hauptstadt. Alleine nach Lissabon fliegt man 3 ½ Stunden, da waren wir froh, wieder richtigen Boden unter den Füßen zu bekommen und meine Lieblingsstadt, in der ich bereits ein halbes Jahr gelebt habe, wieder zu sehen. Wir buchten also unsere Flüge separat. Nach Lissabon flogen wir für 200€ pro Person mit der Airline TAP.

Mit dem Buchen der Flüge auf die Azoren ließen wir uns etwas Zeit, denn… bucht man mit SATA Airlines kann man Multiflüge buchen. Eine Strecke kostet jeweils ca. 75€. Wir buchten also all unsere Insel-Flüge auf einmal, um nichts dem Zufall zu überlassen. Insgesamt haben wir also 300€ bei Sata bezahlt für vier Flüge: Lissabon –São Miguel – Flores – Terceira – Lissabon. So mussten wir keinen Flughafen unnötig wieder anfliegen und zahlten für schließlich 6(!) Flüge ungefähr 500€.

Im Hochsommer hätte man den Vorteil auch gut, günstig und vor allem umweltfreundlicher mit der Fähre die Inseln zu bereisen. Auch zu unserer Zeit sind vereinzelt noch Fähren gefahren, diese fallen aber wegen dem wechselhaften Wetter zu dieser Jahreszeit auch oft aus und eine Überfahrt dauert bis zu 15 Stunden. Auch Flüge können auf Grund des Wetters gecanceled oder verschoben werden, daher sollte man sich beim Buchen der Flüge immer „Puffer-Tage“ mit einberechnen, falls der Flugverkehr für ein paar Tage eingestellt werden muss.

Wir hatten richtig Glück und all unsere Flüge konnten am gebuchten Tag abheben, obwohl die Tage davor und danach oft Flüge und auch Fähren ausgefallen sind. Nur ein einziges Mal wurde ein Flug, den wir gebucht haben, auf eine Stunde später verlegt, weil er nicht voll ausgelastet war und deshalb mit einem anderen Flugzeug auf eine andere Insel gekoppelt wurde, also mussten wir hier noch einen „unnötigen“ Zwischenstopp einlegen.

Das Wetter

Wie gesagt, das Wetter ist im September schon leicht unbeständig. Aber ich denke, dass kann man für die Azoren generell sagen. Ein Azoreaner hat uns erzählt, dass es dieses Jahr den ganzen Sommer auf den Azoren nicht einen Tropfen geregnet hat. Erst mit den ersten September-Tagen hat der Regen begonnen, und so genau mit unserer Ankunft. Juni bis August gelten als Hochsaison auf den Azoren und sind auch die trockensten Monate. Hier kommen viele Portugiesen um auf den Inseln Urlaub zu machen. Generell findet man aber das ganze Jahr über die richtigen Aktivitäten. So machen im Winter bestimmt die heißen Quellen in Furnas noch mehr Sinn, als im Sommer. Profi-Surfer kommen im Winter mit hohen Wellen auf ihre Kosten. Wandern kann man das ganze Jahr über, allerdings sollten einige Wanderwege bei starkem Regen und Nebel gemieden werden.

September war für uns perfekt. Mit einer Durchschnittstemperatur von 25 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von ca. 80% war es immer schön warm, oft auch noch spät abends. Der Atlantik hat in der Region wegen des Golfstroms  bis zu 22 Grad und ist daher perfekt für einen Sprung ins Wasser, auch wenn es regnet oder bewölkt ist. Der Regen ist meistens warm, und dauert eigentlich nie länger als 30 Minuten und ist eine willkommene Abkühlung. Wir haben dann im September tatsächlich ein bisschen was von den vielen Hurrikans abbekommen, die sich im Atlantik herum trieben. Aufgrund dessen haben wir dann doch einige Stürme erlebt. Dadurch war es teilweise sehr sehr windig und manche Wanderwege wurden gesperrt. Auch der Regen war zu dieser Zeit übermäßig stark und hat teilweise über Stunden angehalten. Daher bei Unsicherheit am besten die Touristen Information aufsuchen oder Einheimische fragen. 

Die Ausrüstung

Wir waren drei Wochen mit dem Handgepäck unterwegs und haben uns auch während der Reise keine weitere Kleidung gekauft. Im Winter braucht man vielleicht ein paar mehr wärmere Sachen, aber für September waren wir richtig gut ausgestattet. Die ganze Packliste habe ich bereits niedergeschrieben. Am wichtigsten für mich war eine gute Wanderausrüstung (Wanderschuhe, Rucksack und Regenjacke). Außerdem sollte man sich zu seinem normalen Bikini, einen nicht mehr ganz so schönen Bikini einpacken. Denn in den Thermalquellen verfärbt sich die Bademode teilweise rostrot.

Ohne Mietauto

Obwohl sämtliche Reiseführer und Blogs davon abraten ohne Mietauto unterwegs zu sein, haben wir uns unter dem Motto #challengeaccepted für den öffentlichen Verkehr und unsere starken Beine entschieden. Und ja… Ich würde es immer wieder tun. Ein Mietauto ist zwar super praktisch und bringt dich in wenigen Minuten an dein Ziel und an viele Orte, wo man mit den Öffis gar nicht oder nicht so einfach hin kommt, aber es ist auch eine wirklich unglaubliche Belastung für die Insel. Auf São Miguel sind zwei von drei Autos Mietwagen. Alle Aussichtsplattformen sind zu geparkt mit ihnen und in den meisten der Autos sitzen nur zwei Personen obwohl fünf drinnen Platz hätten. Und obwohl hier jeder wegen dem Wandern und die Natur auf die Insel kommt, wird wirklich jede kleine Strecke mit dem Auto abgefahren und manche von ihnen verirren sich mit den Autos sogar auf den Wanderwegen, weil sie auf der Suche nach dem besten Selfie-Spot sind.

Generell kommt man ganz gut mit den öffentlichen Bussen von einem zum anderen Ziel. Ohne Auto macht es aber auf jeden Fall am meisten Sinn, nicht nur in einem Ort zu übernachten, sondern verschiedene Städte und Orte für Übernachtungen einzuplanen, so ist man am Ort flexibler und nicht so abhängig von dem öffentlichen Verkehr. Wenn einmal irgendwohin kein Bus fährt, dann kann man sich noch immer ein Taxi nehmen, die vergleichsweise recht günstig sind. Außerdem sind die Azoren extrem Autostopper-freundlich. Wir haben es zwar nicht ausprobiert, uns wurde es aber von verschiedenen Reisenden und Azoreanern nahe gelegt.

Unser Budget

Wir haben eigentlich sehr sparsam gelebt und doch waren wir gerade was Aktivitäten anbelangt nicht geizig. Da wir uns beide vegetarisch ernähren, war es oft schwierig in Restaurants zu essen. Außer in den großen Städten wie Ponta Delgada und Angra do Heroismo gab es kaum vegetarisch-freundliche Restaurants. Also haben wir sehr viel selbst gekocht, was auf Grund unserer Apartment-Auswahl eigentlich immer möglich war. Unsere Unterkünfte haben wir über airbnb, bookings und hostelworld gebucht. So haben wir immer das beste Angebot rausgesucht und bereits ein Monat im vorhinein gebucht. Deshalb hatten wir manchmal ein ganzes Apartment für uns alleine, dann wieder nur ein Zimmer und manchmal auch nur ein Bett. Wir haben durchschnittlich 25€ pro Nacht für eine Unterkunft bezahlt. Für alle anderen Aktivitäten und auch das Essen haben wir ebenso ungefähr 25€ pro Tag ausgegeben. Was eine Ausgabe von 50€ pro Person und pro Tag ausmacht. Das heißt unsere 25 tägige Reise hat insgesamt (inklusive Flug und Aufenthalt in Lissabon) ungefähr 1750€ gekostet.

Habt ihr noch allgemeine Fragen zu den Azoren?

Die nächsten Wochen kommen noch detaillierte Beiträge zu den drei Inseln São Miguel, Terceira und Flores!

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2 comments so far.

2 Antworten zu “3 Wochen ohne Mietauto auf den Azoren – Flug, Ausrüstung und Budget”

  1. Christine sagt:

    Die Bilder machen Lust auf mehr, ich freu mich schon auf die nächsten Beiträge! 🙂

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