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Backpacking Brazil IV: Quer durch den Bundesstaat Rio de Janeiro – Vom Kaiserreich zum Cachaça Festival

P1010307Nachdem wir Itacare wehmütig den Rücken gekehrt hatten, ging es für uns weiter Richtung Süden. Unser nächster Stopp war das atemberaubende Rio de Janeiro und weitere traumhaft schöne Ziele in seinem Bundesstaat. Wir besuchten die geschichtsträchtige Stadt Petrópolis, wir verweilten auf der paradiesischen Insel Ilha Grande und bevor es für uns in den nächsten Bundesstaat ging nahmen wir Teil am größten Cachaça Festival der Welt in Paraty. Die Details gibt es nach dem Klick:

P1000519Rio de Janeiro – Hoch hinaus in der ehemaligen Hauptstadt

Die Nacht bevor wir unseren Bus von Itacare nach Rio de Janeiro nahmen, war etwas unentspannt. Wir hatten noch kein Hostel gebucht und als ich dies versuchte, schien es als sei jedes Hostel in ganz Rio schon belegt. Wir mussten also auf gut Glück in den Bus steigen und ließen uns mit dem Taxi vom Busbahnhof zu einem in Itacare empfohlenen Hostel bringen. Leider war dort wie vermutet kein Platz mehr, deshalb ließen wir uns die Straße runter zu einem anderen Hostel schicken. Wir kamen ins Caipi Hostel und wir hatten Glück, es hatte noch Betten frei. Das Hostel ist sehr zu empfehlen, es war sehr sauber, alles war noch super neu und das Personal war immer sehr hilfreich und herzlich. Der Einzige Nachteil war, dass es kein Frühstück gab, aber das haben wir dann auch irgendwie gelöst. 

P1000504Rio war für uns fast ein kleiner Kulturschock nach Bahia. Es ist viel europäischer als alles im Norden an das wir uns schon so gewöhnt hatten. Restaurants, Bars und sogar die Geschäfte sind anders. Aber auch schon alleine an der Architektur merkt man den gewaltigen Unterschied zum Norden. Eigentlich ein anders Land. Noch dazu habe ich Rio als viel gefährlicher empfunden als Salvador. Leider haben wir einige nicht so tolle Erfahrungen mit Straßenkindern und Kinderbanden gemacht. Wir sind aber noch mal gut davon gekommen. Das Metrosystem in Rio ist sehr gut und auch sehr sicher. Das Bussystem empfand ich leider als sehr verwirrend, deshalb würde ich darauf eher verzichten. 

P1010085Was man natürlich nicht verpassen sollte ist eine Gondelfahrt (leider nicht billig mit 15€) auf den Pão de Açúcar. Von dort aus hat man eine herrliche Aussicht über Rio. Natürlich ist ein weiteres Highlight der Corcovado, wo sich die berühmte Christusstatue befindet. Die Meisten fahren hier mit der Seilbahn rauf, aber am schönsten ist der Weg noch immer zu Fuß. Über den Parque Lage, in der Nähe vom Jardim Botânico, kommt man über einen wunderschönen, teilweise auch etwas steilen, Wanderweg bis rauf zur Christusstatue. Der Weg dauert ca zwei Stunden und ist gut ausgetreten, es ist also kaum möglich sich dort zu verirren. Unbedingt die Augen offen halten, überall trifft man auf kleine Äffchen, die sogar sehr zutraulich sind. Aber nicht täuschen lassen, einige von denen haben wahrscheinlich die Tollwut…

P1010102Nicht verpassen sollte man außerdem das Künstlerviertel Santa Teresa. Vor mehreren Jahren konnte man noch mit der Straßenbahn rauf in das auf einem Hügel liegende Viertel fahren, heute nimmt man lieber die wunderschönen Stiegen Escadaria Selarón, an die der Künstler Jorge Selarón bis an sein Lebensende gearbeitet hat. Der lange Aufstieg lohnt sich. Wunderschöne alte Häuser reihen sich an einander und kleine Cafes und Läden laden überall zum verweilen ein. Gerade vegetarische Restaurants findet man hier oben einige. 

P1010097Petrópolis – Residenzstadt des Kaisers

Wer sich für Geschichte interessiert, dem empfehle ich unbedingt einen Abstecher nach Petrópolis zu machen. Mir selbst wurde der Ort von meinem Geschichte Professor an der Uni empfohlen. Wir starteten den Ausflug vom Busbahnhof in Rio. Eine Busfahrt kostete uns umgerechnet 5€ und dauerte nicht mehr als 2 Stunden. In der Früh also hinauf in die milden Berge und am Abend zurück ins tropische Rio. Tatsächlich war das Klima noch kälter als erwartet. Wir bereuten es bald nur mit Flip Flops unterwegs zu sein, aber so macht man das nun mal in Brasilien. Angekommen in Petrópolis waren wir sofort in eine andere Zeit versetzt.

P1010089Das 18. Jahrhundert, zurück in eine Zeit, wo Brasilien noch Kaiserreich war. Es kamen uns Kutschen entgegen und die Architektur erinnert an barocke Bauten aus Wien. Ganz irritiert fanden wir uns in einem zuckersüßen deutschen Cafe names Chocolates Katz wieder und aßen dort Apfelstrudel. Weiter ging es in das Museu Imperial, das ehemalige Residenzschloss des Kaisers. Hier vermischt sich das portugiesische Königshaus mit der Habsburger Tradition. Wirklich einmalig so etwas in Südamerika zu sehen. Gleich im Anschluss sollte man sich noch in das dazu gehörende Café setzen, wo es auch tolle Mehlspeisen gibt! Wir waren ganz Hin und Weg von dieser kleinen Stadt in den Bergen. Ich werde auf jeden Fall wieder kommen. 

P1010124Ilha Grande – Autofreie Pirateninsel

Von Rio haben wir den Bus nach Angra dos Reis genommen, von der Haltestelle geht man noch einige Meter bis zum Hafen von wo eine Fähre nach Ilha Grande übersetzt. Aufpassen: die Fähre ist nur einmal am Tag unterwegs! Nach der schaukligen Überfahrt kommt man direkt in dem einzigen Dorf der Insel an: Vila do Abraão. Wir hatten damals wiedermal Schwierigkeiten im Vorhinein ein Hostel zu finden, also haben wir uns auf gut Glück auf die Suche gemacht und sind dann doch fündig geworden. Leider gibt es das Hostel  nicht mehr und ich kann es euch deshalb nicht weiter empfehlen. 

P1010190Ilha Grande war einer meiner Lieblingsorte auf meiner Brasilienreise. Grund dafür ist einfach dieses Paradiesische, ohne zu viel Touristen und das aller Beste: Es gibt keine Autos auf der Insel! Um an die verschiedenen Strände zu kommen muss man also durch den Jungel wandern (teilweise über mehrere Stunden) oder nimmt ein Boot, das dich bequem dort hin bringt. Wir sind damals alles zu Fuß gegangen und wir haben es geliebt! Begleitet von dem Gegröle der Affen und immer wieder entdeckt man etwas neues. Ein toller Ausflug ist auch die 5 Stündige Wanderung auf den Pico do Papagaio, einem Berg inmitten der Insel, von dessen Spitze man alles überblicken kann. Es gibt zahlreiche Ausflüge zu Stränden und Wasserfälle, die man dort machen kann. Aber nicht alle sind gut beschlidert, für einige sollte man einen örtlichen Guide mitnehmen. Diese Insel hätten wir eigentlich nie verlassen dürfen, oder einfach direkt von dort nach Curitiba fahren. Denn die darauf folgenden beiden Ziele hätte ich mir auch sparen können. 

P1010289Paraty – beim größen Cachaça Festival der Welt

Von Paraty habe ich zuvor viel gelesen. Nur gutes. Leider hab ich mit dem Ort keine große Freundschaft geschlossen, das mag vielleicht daran liegen, dass genau zu dem Zeitpunkt als wir ankamen das jährliche Cachaça Festival (Festival da Pinga) statt fand und der Ort an den Ballermann erinnerte. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Festivals und ich liebe Cachaça! Nur leider war ich nicht auf eine Kombination aus beidem vorbereitet, das war natürlich mein Fehler, weil ich verpasst hatte nachzusehen, wann denn das Festival tatsächlich statt findet. Wir kamen also im überfüllten Bus in Paraty an und waren wieder einmal verzweifelt, weil wir nicht wussten wo wir schlafen sollten. Der ganze Ort war natürlich restlos ausgebucht, wir klammerten uns deshalb an einen Hostelmitarbeiter, den wir zufällig am Busbahnhof trafen und der uns Hoffnungen machte, dass wir in einer Hängematte übernachten könnten. Leider ließ uns die Frau an der Rezeption das nicht durchgehen, sie bot uns hingegen übrig gebliebene Betten für umgerechnet 30€ an (was in Brasilien eine Frechheit ist). Wir gaben nach und nahmen uns die überteuerten Betten für zwei Nächte. Schon mal nicht so der tolle Start für den netten Ort.

P1010296Ich muss zugeben, der Ort an sich ist wirklich bezaubert mit seinen kleinen bunten Kolonialhäusern und den vielen einladenden Läden und Cafés. Zu der Zeit der Pinga-Party (Spitzname des Festivals) war aber alles überfüllt mit brasilianischen Touristen und die Strände deshalb auch verdreckt und sehr voll. Einmal haben wir einen Ausflug nach Trinidade gemacht, ein wunderschöner Strand, wo es leider zu gefährlich war um zu Schwimmen. Aber auch die Busfahrt dahin war ein Abenteuer, da einfach zu viele Menschen in einem Bus gezwängt waren. Das Festival an sich, das Abends startete, war eigentlich sehr lustig. Man holt sich ein Schnapsglas und lässt sich von Cachaca Stand zu Cachaca Stand durch kosten. Das ganze ist gratis, so lang man nicht wirklich Geld für eine Flasche ausgibt und es wird gefeiert und getanzt bis in die Morgenstunden unter freiem Himmel. Herrlich also. Trotzdem bin ich nicht ganz so warm geworden mit dem Ort, vielleicht waren es auch die seltsamen Leute die ich dort kennen gelernt habe. Ich will jetzt natürlich niemanden abraten dort hin zu fahren, aber es war einfach kein Highlight meiner Brasilienreise. 

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3 comments so far.

3 Antworten zu “Backpacking Brazil IV: Quer durch den Bundesstaat Rio de Janeiro – Vom Kaiserreich zum Cachaça Festival”

  1. deine Travel-posts sind wirklich sehr inspirierend! vor allem, weil ich mich dieses Jahr selber auf eine abenteuerliche Reise begebe 😉 … going Nepal!

    <3 Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

  2. Ju sagt:

    Deine Travel-Posts sind immer so toll!
    Das inspiriert mich wieder zum Reisen – bitte weiter so!! 🙂

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