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Backpacking Brazil III: Unterwegs in Bahia – vom Nationalpark an den Strand

P1000385Während meines Sprachaufenthaltes in Salvador da Bahia habe ich zwei Wochenendausflüge im Bundesstaat Bahia gemacht. Mein erster ging an den beliebten Küstenort der Brasilianer Praia do Forte, der zweite ging zu meinem persönlichen Highlight in Bahia, dem Nationalpark Chapada Diamantina. Als der Juli sich dem Ende neigte begann ich mit meiner Freundin das eigentliche Backpacking-Abenteuer und wir bewegten uns gen Süden, wo wir noch zwei mal halt machten bevor wir Bahia entgültig den Rücken kehrten. Am Weg lag der absolute Geheimtipp Barra Grande und das Surferparadies Itacare. Mehr dazu gibts nach dem Link:

P1000053Praia do Forte – das Lignano von Brasilien

ich hatte mir den Wochenendtrip nicht ausgesucht, sondern habe mich an einige Schulkollegen angehängt, die den Ausflug schon länger geplant hatten. Wäre es nach mir gegangen hätte dieser Kurzurlaub nämlich anders ausgesehen. Wir haben für die Anreise nicht etwa den Bus, sondern ein stinknormales Taxi genommen. Niemals wäre ich auf diese Idee gekommen, trotzdem war die Idee gar nicht so schlecht. Jeder von uns hat umgerechnet 10€ gezahlt, was für brasilianische Verhältnisse natürlich sehr teuer ist, aber für eine einstündige Autofahrt gern in kauf genommen wird. Geschlafen haben wir in einem normalen Apartment, das nicht weiter erwähnenswert ist. Trotzdem muss ich dazu sagen, wenn man einen Ausflug nach Praia do Forte plant, dass man früh genug ein Zimmer reservieren sollte. Der Ort war nämlich restlos ausgebucht am Wochenende. 

P1000104Praia do Forte ist ein kleiner touristischer Ort, wo die besser verdienenden BrasilianerInnen am Wochenende entspannen. Es gibt kleine Shoppingmeilen, viele Restaurants an den Straßen und einen Traumstrand. Traumstrände gibt es in Brasilien allerdings fast überall. Dafür muss man nicht unbedingt nach Praia do Forte reisen. Mein Highlight an diesem Kurzurlaub war definitiv das Tamar-Projekt. Eine gemeinnützige Organisation die sich für den Schutz von Meeresschildkröten einsetzen. Das Projekt und die Schildkröten können besucht werde und das ganze ist einzigartig liebevoll aufbereitet. Auch die Piscinas Naturais (natürliche Swimmingpools) sind einen Besuch wert. Am Vormittag kann man Kilometerlang durchs Meer spazieren, ohne bei den Knien nass zu werden. Zwischendurch gibt es immer wieder mal Sandmulden, in denen man baden oder die Fischwelt beobachten kann. 

001Lençóis und der Nationalpark Chapada Diamantina

Eines meiner absoluten Brasilien Highlights war definitiv der Nationalpark Chapada Diamantina. Ich hatte den Wochenendausflug mit einer Schulkollegin geplant. Wir haben uns zwei Tage vorher ein Busticket bei dem Rodoviaria (Busbahnhof) geholt für umgerechnet ca. 20€. 7 Stunden dauert die Fahrt nach Lençóis. Die Busse sind sehr gemütlich, nur leider auch sehr klimatisiert. Ich hatte immer meinen dicken Schlafsack dabei, um mich im Bus zuzudecken, so war die Busfahrt dann auch einigermaßen erträglich. Auch unser Hostel hatten wir im vorhinein gebucht. Wir entschieden uns für die Pousada dos Duendes, eines der tollsten Hostels in dem ich in Brasilien schlafen durfte. Die sehr einfachen Dorms wurden durch das zuvorkommende Personal, den tollen Innenhof mit Hängematten und das reichhaltige Frühstück wett gemacht.

2Da wir relativ spät erst ankamen, konnten wir am selben Abend keinen Ausflug mehr in den Nationalpark buchen. Das war aber kein Problem, gleich in der Früh konnten wir uns einem Ausflug anschließen, bei dem noch Plätze frei waren. Den Nationalpark darf man nämlich nicht ohne einheimischen Guide betreten, deshalb ist man relativ abhängig von solchen Ausflügen. Direkt in unserem Hostel konnte man die verschiedenen Trips buchen. Ursprünglich wollten wir einen über mehrere Tage machen, mit zelten und wandern, da ich allerdings einen Tag zuvor noch mit einer Lebensmittelvergiftung im Bett lag, entschieden wir uns spontan für etwas einfacheres. Am ersten Tag hatten wir dann also das Komplettprogramm. Wir fuhren mit einem kleinen Van mit ein paar anderen Hostelgästen durch den Nationalpark und haben an einem Tag so viel unterschiedliche Stellen gesehen dass man glauben könnte, man hätte alles gesehen. Aber es gibt dort natürlich noch soooo viel mehr zu entdecken. Wasserfälle, riesen Grotten, Canyons und alle Arten von Tieren konnten wir hier bestaunen. Eine so große Naturvielfalt hatte ich noch nie zuvor kennen gelernt. Am nächsten Tag gingen wir auf eine eintägige Wanderung quer durch den Park. Ziel war ein atemberaubender Wasserfall. Leider war das Wochenende viel zur kurz um den Nationalpark kennen zu lernen. Das nächste mal bleibe ich bestimmt länger! Auch der kleine Ort Lençóis ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Mitten in den Bergen, kleine Häuser im Kolonialstil und Plätze zum verweilen laden ein dort länger zu bleiben. 

P1000297Barra Grande – Geheimtipp für Tagträumer

Nachdem meine Freundin S. in Salvador gelandet war, hieß es für mich den Rucksack packen und aufzubrechen. Mein eigentliches nächstes Ziel wäre Porto Seguro gewesen, das wir schlussendlich aus Zeitmangel komplett aus unserer Route strichen. S. überredete mich aber zu erst nach Barra Grande zu fahren. Sie hatte nur den kleinen Absatz im Lonely Planet darüber gelesen und wollte dort unbedingt hin. Deshalb ging unserer weiterer Weg mit dem Schiff von Salvador nach Itaparica von wo wir einen Bus nach Camamu nahmen. Camamu ist ein kleines chaotisches, aber sehr herzliches Fischerdorf von wo aus Boote nach Barra Grande geführt werden. Wir kamen mit dem Bus leider so spät in Camamu an, dass wir noch einmal dort übernachten mussten. Direkt bei der Bushaltestelle gibt es das einzige Hostel des Dorfes, es ist leider etwas schäbig, aber für eine Nacht absolut ausreichend. Über den Überfahrtspreis sollte man auf jeden Fall verhandeln. Geht vor bis zum Hafen und lasst euch nicht von Leuten am Weg Tickets andrehen, die sind am teuersten. Wir sind leider auf den Trick reingefallen. 

P1000257Die Überfahrt auf die Halbinsel ist traumhaft schön, man glaubt auf eine einsame Pirateninsel zuzusteuern. Wir hatten im vorhinein kein Hostel gebucht, weil wir im Internet einfach keines fanden, sind also auf gut glück dort angereist. Gleich am Steg, wo das Boot anlegte, trafen wir aber auf einen Brasilianer der Zimmer vermietete. Für das Appartment zahlten wir gemeinsam umgerechnet 50€. Relativ teuer also für brasilianische Verhältnisse. Da allerdings Nebensaison war, hatten wir nicht viel andere Möglichkeiten, da die meisten Hotels Winterpause machten. Ein paar Gehminuten von unserem Appartment war der Strand. Kilometer langer Sandstrand mit Palmen so weit das Auge reicht. Die Strömung war leider etwas zu stark um wirklich baden zu gehen. Aber zum Entspannen, für Einsamkeit am Strand und Kokosnuss schlürfen reicht es allemal. Viele Luxushotels sind an dem Strand angesiedelt, doch in der Nebensaison ist hier nichts los. Alles nur für uns. Abends gingen wir in den Ort um zu Essen und Caipirinha zu trinken. Ein kleiner, auch sehr herzlicher Ort. 

P1000419Itacare – Hippiedorf und Surferparadies

Mit dem Boot ging es schlussendlich wieder zurück nach Camamu, um dort den Bus nach Itacare zu nehmen. Von Itacare hatte ich in Salvador schon viel gehört. Andere Backpacker hatten es mir empfohlen oder wollten unbedingt dort hin. Da wir die vergangenen Tage in Barra Grande kein Internet hatten, konnten wir auch kein Hostel buchen. Also gingen wir auf gut Glück zu dem Hostel, das uns empfohlen wurder, leider war dieses jedoch ausgebucht und wir mussten auf das nächste ausweichen. Aber keine Sorge, Hostels gibt es in Itacare wie Sand am Meer. Von der Bushaltestelle einfach die paar Meter ins Zentrum spazieren und du wirst ein Hostel nach dem anderen finden. Wir waren schluss endlich im Che Legarto, welches sich als Glücksgriff erwies. Wir haben dort so viel tolle Menschen kennen gelernt und konnten auch keinen Abschied nehmen. Insgesamt blieben wir 5 Tage. Ein kleiner Rekord für uns, da wir sonst nie länger als drei Tage an einem Ort verweilten.

P1000400Itacare ist ein ein kleines verschlafenes Hippiedorf, dass als Surferparadies entdeckt wurde und nun ganz gut davon leben kann. An jeder Ecke werden Surfboards verliehen oder Übungsstunden angeboten. Aber auch andere Aktivitäten wie Rafting, Bootsausflüge u.ä. werden angeboten. Die tollen Strände rund um Itacare kann man teilweise zufuß erkunden, für einige zahlt es sich aber aus ein Taxi zu nehmen und es mit anderen zu teilen. Das tolle in Itacare ist die Backpacker Comunity. Gemeinsam organiesieren die Hostels Lagerfeuer Events am Strand und alle Reisende können sich so kennen lernen. Es entstehen Freundschaften und man unternimmt gemeinsam Ausflüge. Gerade für Alleinreisende ist Itacare deshalb absolut empfehlenswert. 

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