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Backpacking Mexico VI: Quer durch den Dschungel bis nach Palenque

backpacking palenque miraUnser nächstes Ziel nach San Cristóbal de las Casas sollte Palenque werden. Die Ruinenstadt der Maya war einer der Gründe, warum ich überhaupt nach Mexiko wollte. Pyramiden + Mitten im Dschungel + Mystischer Vergangenheit = Idealvorstellung von einem Sightseeingobjekt. Die Reise von San Cristóbal mit dem Bus dauert in etwa 5 Stunden, uns wurde allerdings von Übernachtfahrten abgeraten, da in der Gegend öfters Überfälle gemeldet wurden. Um nun nicht den ganzen Tag im Bus zu sitzen, entschieden wir uns für eine Tour die von unserem Hostel angeboten wurde. So konnten wir nicht nur Palenque, sondern auch Misol-Ha und Agua Azul bestaunen. Mehr dazu gibt es nach dem Klick!

backpacking agua azul waterfallGebucht haben wir unsere Tour im Hostel Posada del Abuelito, wo es eine große Auswahl an verschiedenen Ausflügen gab. Nachdem wir uns mit dem Staff vor Ort über die beste Möglichkeit nach Palenque zu kommen, informierten hatten, buchten wir für ca. 20€ unsere Eintagestour.  Diese beinhaltete die Fahrt bis nach Palenque, den Eintritt und zwei Zwischenstopps bei den Wasserfällen Misol-Ha und Agua Azul.

backpacking agua azulRelativ früh ging es auch schon los. Um ca. 6 Uhr holte uns der Van vom Hostel ab. Mit Gästen aus anderen Hostels waren wir eine relativ gut gemischte Gruppe, wo man schnell Bekanntschaften schließen konnte. Mit zwei deutschen Mädels, die im selben Hostel wie wir blieben, hatten wir uns relativ schnell angefreundet. Typisch, wie das halt so ist unter den deutschsprachigen Reisenden. Die beiden konnten hervorragend spanisch, was sich schnell als sehr praktisch für uns herausstellte, denn der Busfahrer kommunizierte ausschließlich auf Spanisch. Ich glaubte mit meinen wenigen spanisch und portugiesisch Kenntnissen zumindest etwas verstanden zu haben, aber sobald die beiden Deutschen mir übersetzt hatten, musste ich mir eingestehen, dass meine Übersetzung, auf gut-deutsch für den Hugo war. Sehr praktisch also, wenn man eigene Translater dabei hat!

backpacking misol-ha viewNach einer Stunde Fahrt machten wir die erste Pause, um zu Frühstücken. Während alle anderen Reisegruppen reichlich zuschlugen, gönnten wir uns nur einen wässrigen Kaffee, denn wir konnten glücklicherweise schon zuvor im Hostel frühstücken. Dann ging es weiter über holprige Straßen und Serpentinen durch den Dschungel. Die Aussicht war gigantisch! Bauerhöfe die sich an den Straßen formiert hatten, immer wieder winkten uns Kinder zu, Schweine und Hühner auf der Straße und dahinter erstreckte sich der weite Urwald. Ein bisschen wie im Dschungelbuch.

backpacking misol-haAls uns der Fahrer erklärte, er müsse etwas schneller fahren, damit er mit den anderen Bussen aufschließen konnte, fragten wir ihn warum. Als Antwort gab er uns: „Das ist nur für eure Sicherheit“ und lachte. Etwas später, kurz vor unserem ersten Ziel, blieb er stehen, mitten im Urwald. Frauen standen draußen auf der Straße, waren in traditionellen Kleidern gehüllt und wollten frisches Obst verkaufen. Unser Fahrer wies uns darauf hin, nicht auszusteigen, Fotos machen wäre aber erlaubt. Skeptisch warteten wir ab und versuchten herauszufinden was passiert. Ein Mann kam vorbei und bekam etwas Geld von unserem Fahrer, dann wurden wir weiter gewinkt. Unser Fahrer nannte es „Schutzgeld“. Wir seien jetzt im Gebiet der Zapatista und um Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen, muss man bezahlen. Wir fuhren an einem Zeltlager vorbei, wo Männer mit  schwarzen Skimasken draußen standen und Schießübungen mit ihren Waffen machten. Es war ein seltsames Bild, trotzdem fühlte ich mich nicht unwohl. Unser Fahrer war scheinbar ein großer Anhänger der Zapatista und schwärmte nur so von ihnen. Er meinte: „Jetzt wisst ihr, dass es sie gibt! Die Medien erzählen immer, dass sie nicht mehr existieren!“.backpacking palenque pyramiedeWir kamen nun endlich bei unserem ersten Stopp, dem Agua Azul an. Bekannt ist dieser Wasserfall wegen seiner türkisblauen Farbe, da es allerdings am Vortag geregnet hatte, handelte es sich eher um einen Agua Marrón, also um ein braunes Wasser. Da ich mit dem Foz do Iguaçu in Brasilien schon relativ verwöhnt war was Wasserfälle betrifft, konnte mich der Agua Azul nur bedingt beeindrucken. Leider war es auch sehr verdreckt  von den vielen Touristen, die dort hin pilgerten. Überall lagen leere Wasserflaschen und anderer Müll herum. Wirklich schade um das schöne Plätzchen.backpacking palenqueNach ungefähr einer Stunde Aufenthalt ging es weiter zum Misol-Ha. Als wir dort ankamen, war endlich die Sonne draußen und wir sahen sogar Leute, die es wagten im kühlen Nass eine Abkühlung zu nehmen. Für eine Runde Schwimmen hatten wir leider nicht genügend Zeit, also erkundeten wir einfach so den Wasserfall. Die Farbe und die gewaltige Macht des Wassers waren dann doch sehr beeindruckend und stellten den Agua Azul schnell in den Hintergrund.

backpacking palenque maya temlesDann ging es endlich in Richtung Palenque. Um ca. 16 Uhr kamen wir in der Ruinenstadt an. Es war die perfekte Uhrzeit, es waren kaum noch Touristen vor Ort und auch die Temperatur wurde erträglicher. Wir konnten die Pyramiden selbst entdecken und hatten dafür gut zwei Stunden Zeit. Für uns war das schon etwas stressig, denn in Teotihuacán verbrachten wir alleine schon 5 Stunden. Trotzdem haben wir das mit dem Zeitmanagement ganz gut gestaltet und konnten jede Pyramide besteigen und alles sehen was wir wollten. Das Highlight waren bestimmt die verwachsenen Pyramiden direkt im Dschungel, die teilweise noch unerforscht sind und an denen viele Touristen vorbeilaufen. Dort entdeckten wir nämlich auch Brüllaffen, die sich oben in den Baumkronen von einem Ast zum nächsten schwangen.

backpacking leguanDer Tag war wirklich der Wahnsinn, mit so vielen verschiedenen Eindrücken. Das Highlight war natürlich Palenque, eine der schönsten Ruinenstätte, die ich im Mexiko sehen durfte. Noch dazu ist die Anlage extrem gut gepflegt, man darf im Areal nicht einmal rauchen!

backpacking palenque ruinenLeider ging der Abend etwas doof aus. Nachdem wir extrem gut vegetarisch im Hostel-eigenen Restaurant gegessen hatten und uns noch ein paar Bier mit den deutschen Mädels widmeten, fingen wir beide an regelmäßig auf die Toilette zu laufen. Wir hatten uns wohl eine Lebensmittelvergiftung eingefangen und das noch dazu bei so gutem Essen. Das ärgerliche daran war, dass wir eine Tour nach Yaxchilán und Bonampak für den nächsten Tag gebucht hatten, dessen Geld wir leider nie zurück bekamen. Mehr dazu könnt ihr übrigens in dem Artikel „6 doofe Erfahrungen in Mexiko“ lesen!

backpacking palenque essenMein Freund hat vor lauter Begeisterung unsere Mahlzeit sogar fotografiert. Es waren wirklich extrem gute Tostadas mit Sojafleisch und klassische Quesadillias. Ich denke es wird wohl am nicht gut/oder zu gut gewaschenem Gemüse gelegen haben. 

 

 

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