by Mira – nachhaltig Leben und Genießen

#plastikfasten – Die erste Woche ohne Plastikmüll

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWie bereits auf Instagram und Facebook angekündigt, widme ich mich dieses Jahr in der Fastenzeit dem Plastikverzicht. Ich muss ganz ehrlich sein, so schwer fällt mir das nicht. Ich war noch nie ein Fan von Plastik und jeder der mich kennt, kann das unterschreiben. Mit sieben Jahren habe ich mich schon geweigert meine Jause in einer Tupperbox in die Schule mitzunehmen, sodass meine Mutter mir extra eine Aluminiumdose besorgt hat. Bis vor einem Jahr habe ich damit immer für Aufsehen gesorgt, am Anfang hat mich noch jeder schief angesehen und mittlerweile sorgt die Box für anregenden Gesprächsstoff in der Arbeit. So versuchen sich oft Menschen in meiner Gegenwart zu rechtfertigen, dass sie ja eigentlich Plastik auch total uncool finden. Auf Tupperware zu verzichten war für mich aber nie etwas was ich für die Umwelt getan hätte, sondern ich habe mich schlichtweg einfach davor geekelt. Ich weiß nicht warum, aber das ist seit meiner frühen Kindheit nun mal so. Leichte Plastikverpackungen, gerade solche die für Fertiggerichte oder für die Verpackung von Obst und Gemüse daher kommt, machte mir komischerweise aber nie was aus. Und genau auf dieses Plastik möchte ich nun auch verzichten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMit dem Beginn der Fastenzeit am 1. März habe ich mich also dazu entschlossen komplett auf Plastikmüll zu verzichten. Das heißt keine neuen Produkte zu kaufen, die in Plastik verpackt sind. Bewusst habe ich nicht das Wort Zero Waste gewählt, denn ganz ohne Müll geht es bei mir einfach (noch) nicht. So möchte ich mich aber gerne in Babyschritten dahin gehend nähern. Deswegen kommen weiter Papier, Tetrapak, Alu und Glas in meine Einkaufstasche. I know – not perfekt! Dafür wähle ich in folgender Reihenfolge: 1) unverpackt 2) Papier 3) Glas 4) Tetrapak und schließlich 5) Aluminium. Glas verwende ich eigentlich immer wieder und es muss deshalb nur selten auf den Müll und Tetrapak wird in Österreich sehr effizient recycelt, so dass ich dabei noch mal ein Auge zudrücke. Konservendosen aus Aluminium sind natürlich noch immer sehr problematische Verpackungen, trotzdem werde ich nicht immer darauf verzichten können oder wollen. Aber vielleicht mach ich beim nächsten Fasten ja #alufasten daraus?

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMeine erste Woche war dahingehend eigentlich sehr interessant, so wurde ich in meinem Kaufverhalten nur sehr gering eingeschränkt. Folgende Produkte waren in dieser ersten Reise aber doch eine kleine Hürde und haben mich um vieles schlauer gemacht.

Kaffee

Gleich am ersten Tag benötigte ich Kaffeebohnen. Ein kurzer Blick in die Zero Waste Vienna Gruppe zeigte mir, dass ich wohl in jedem Tchibo unverpackten Kaffee bekommen könne. Ich habe also mein kleines Baumwollsäckchen geschnappt und bin selbstbewusst in den Tchibo spaziert und habe der Verkäuferin das Säckchen in die Hand gedrückt. „Können sie mir den Kaffee bitte hier hinein füllen?“ „Natürlich“ kam zurück. Und ohne komische Blicke bekam ich meinen ½ Kilo Fairtrade Kaffe sogar mit einem Nachlass von 1€. Glücksgefühle gleich am ersten Tag meines Projekts! Das ist Motivation!

Tofu

Wieder mal habe ich die Zero Waste Gruppe nach Tipps für verpackungsfreien Tofu durchsucht. Schließlich ernähre ich mich vegan und Tofu gehört als Grundnahrungsmittel einfach in diesen verdammten Kühlschrank. Ich erfuhr, dass es in einem Asiashop namens Nakwon im 2. Bezirk Tofu unverpackt geben sollte. Also stieg ich bewaffnet mit einem Glasbehältnis in die U-Bahn und freute mich über einen Tofu im Glas. Fehlanzeige, es gab zwar losen Tofu, aber der kam bereits vorportioniert in Plastiksackerl daher. Die letzte Option die mir entgegen lachte war ein Tofu aus Asien im Tetrapak. Die Entscheidung war gefallen, es wurde also ein Tofu im Tetrapak, der leider weder Bio zertifiziert war noch sonderlich gut schmeckte. Bummer.

Salat und Zwiebel

Gemüse sollte ja eigentlich verpackungsfrei kein Problem sein. Meistens muss man dann den Kompromiss eingehen, dass das Produkt nicht Bio zertifiziert ist. Das ist eben sehr schade, aber es gibt immerhin die Möglichkeit. Mein erster Rückschlag in der Gemüseabteilung war, als ich einen Salat kaufen wollte. Beim großen Interspar gibt es zwar eine riesen große Auswahl an Salat in den verschiedensten Sorten, aber alle davon sind in Plastik verpackt. Doof, wenn man sich auf einen Sandwich-Friday gefreut hat, wo ein Salatblatt natürlich nicht fehlen darf. Mittlerweile weiß ich, dass es bei Billa den Salat auch ohne Plastik gibt. Blöd, wenn man wegen jedem Lebensmittel den Supermarkt wechseln muss. Seit einer Woche bin ich aus demselben Grund auf Zwiebel-Diät. Bei keinen der großen Supermärkte bekommt man Zwiebel unverpackt, ich bin noch immer auf Entzug.

Hygiene

 Im Badezimmer war ich bereits vor dem Fasten schon ein paar Schritte voraus. Wattepeds habe ich durch waschbare Mikrofasertücher ersetzt. Meine Bodylotion besteht nur noch aus Jojoba-Öl, dass man bei DM in einer Glasflasche bekommt. Haare und Körper wasche ich mit Seife und als Bodyscrub verwende ich dieses Rezept. In der letzten Woche ging dann auch mein Haar-Conditioner aus und ich stieg auf eine saure Rinse um, also verdünnten Apfelessig, den man sich nach dem Waschen übers Haar kippt. Ebenso ging mein Abschmink-Öl aus, dass ich mir in Brasilien damals besorgt habe (so etwas hält offensichtlich echt ewig) und ich habe mir im selben Fläschchen einfach Maiskeimöl mit Wasser zusammen gemischt. Beide neuen Produkte funktionieren einfach herrlich. Die Rinse empfinde ich sogar als viel angenehmer als den Conditionier. Meine Haare sind dadurch viel glänzender und leichter geworden. 

OLYMPUS DIGITAL CAMERAManche Dinge können ganz schön frustrierend sein, vor allem wenn man von einem Supermarkt zum anderen pilgern muss. Manchmal gibt’s eben beim Spar die Paprika unverpackt, dann aber keinen Salat und bei Billa eben genau umgekehrt. Das nächste frustrierende ist die Bio-Qualität der unverpackten Sachen. Normalerweise habe ich immer erst zu Bio gegriffen, bevor ich zu unverpackt gegriffen habe. Das finde ich total schade, denn eigentlich war mir Bio immer wichtiger. Ich könnte natürlich einfach bei einem Bio-Supermarkt, Bauernmarkt oder Unverpacktladen einkaufen gehen. Momentan habe ich aber irgendwie noch nicht den Drang danach verspürt. Aber spätestens jetzt, wo mir Sonnenblumenkerne und Brotgewürz ausgegangen sind, steht der Besuch in einem Unverpacktladen bevor.  Vielleicht schaffe ich es auch das in eine neue Routine einbauen, wer weiß.  

Wer macht noch mit beim #Plastikfasten? Was sind eure ersten Erfahrungen?

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10 comments so far.

10 Antworten zu “#plastikfasten – Die erste Woche ohne Plastikmüll”

  1. Klara sagt:

    Hallo 😀
    Sag, wie machst du das mit dem Apfelessig? 🙂 Also in welchem Verhältnis verdünnst du das? Und mit Wasser oder?

    • Mira sagt:

      Hey Klara,
      bevor ich mir die Haare wasche misch ich mir einfach 1 Liter Wasser (lauwarm) mit ungefähr zwei EL Essig zusammen und dann einfach nach dem ich die Haare gewaschen habe kipp ich mir die Rinse drüber. Ich spühl‘ dann noch mal mit kaltem Wasser drüber, muss aber anscheinend nicht sein. Hab auch schon gelesen, dass es kein Problem ist, wenn der Essig in den Haaren bleibt.
      🙂

  2. Flo sagt:

    Interessantes Projekt! Ich geh ja selbst „gern“ (oder zumindest oft) einkaufen, sicher 3x die Woche, weil ich mir nur ungern Lebensmittel auf Vorrat lege. Alles, was länger als eine Woche ungeöffnet bei mir herumliegt, läuft Gefahr noch vor Ablauf des „sicher tödlich ab“-Datums vergessen zu werden 😉 Aber ich drifte ab …

    Meistens habe ich eines meiner vielen Stoffsackerl dabei, so dass ich beim Einkaufen zumindest auf weitere Transportverpackungen verzichten kann. Trotzdem ist es natürlich ein Wahnsinn, gerade der viele Plastikmüll bei Lebensmitteln – ich denke da nur an meine heißgeliebten Cherry-Tomaten aus dem Supermarkt. Auch meinen Lieblings-(Vogerl-)Salat bekomme ich selbst im Bauernladen nur in Plastik verpackt. In Wien mag es ja sein, dass man, so wie du sagst, in manchen Spezialgeschäften bestimmte, typischerweise in Plastik verpackte Lebensmittel, auch ohne Verpackung erhält. Am Land wird es da schon schwieriger. Ich bin gespannt, ob verpackungsfreie Supermärkte à la Holis (RIP) oder das Gramm langfristig genug Kundenzustrom bekommen, um weiterbestehen zu können. Wünschen würde ich es ihnen.

    Lieben Gruß,
    Flo

    • Mira sagt:

      Hey Flo,
      oh ja die Cherry-Tomaten, die kommen echt immer in ziemlich viel Verpackung daher. Ich hab mir letztens so Ovaltomaten genommen. Die einzigen die Bio und unverpackt waren und die haben leider nach gar nix geschmeckt… Aber eh klar, es ist ja auch noch keine Tomaten-Saison…
      Vogerlsalat ist natürlich auch so eine Sache, aber wenn man den beim Bauern bekommen, dann kann man den doch bestimmt auch unverpackt „vorbestellen oder so ähnlich… Das müsste man ja nur mit denen ausmachen. Ich hab gestern dann im Unverpacktladen Vogerlsalat erspäht, war aber leider viel zu teuer…
      Also in Wien laufen diese Unverpacktläden eigentlich schon ziemlich gut, kann mir kaum vorstellen, dass die in nächster Zeit eingehen. Aber wer weiß, wenn natürlich alle anderen Supermärte auf Unverpackt setzen, werden natürlich wenige Leute die kleineren Läden aufsuchen.
      Bin sehr gespannt wie’s mit denen weiter geht…

      Alles Liebe,
      Mira

  3. *thea sagt:

    Danke für die interessanten Erfahrungen! Ich versuche ja schon seit fast einem Jahr weniger Verpackungen zu kaufen und es klappt mal mehr oder weniger gut. Gerade was meine Einkaufsquellen angeht, habe ich mir aber schritt für schritt eine neue Routine zugelegt – so dass ich weiß, was ich wo bekomme und nicht mehr so viel rumsuchen und nachdenken muss. Tofu und Pflanzenmilch ist bei mir auch ein Problem genau wie Kokosmilch, was ich doch für meine geliebten Curries immer wieder kaufe obwohl es nicht wirklich regional ist. Bei mir im Viertel gibt es sowohl einen griechischen als auch einen türkischen Supermarkt und Samstags einen Wochenmarkt – da gehe ich jetzt bevorzugt hin. Manchmal kommt es mir wie ein kleiner Sieg vor, wenn ich für ein Produkt eine alternative finde – so habe ich Tomatenmark in größeren Gläsern entdeckt – ist zwar auch Verpackung, aber das Gebinde ist größer und ich kann die Gläser verwenden oder zum rcyclen bringen – anstatt der kleineren Tuben. Weiterhin viel Erfolg – ich werde die Tage auch noch einen Beitrag zu meiner Einkaufsroutine schreiben. Liebe Grüße *thea

    • Mira sagt:

      Liebe Thea,
      richtig toll, dass du das schon so in deinen Alltag eingebunden hast und wirklich versucht gar keine Verpackungen zu kaufen.
      Ich denke mit der Zeit geht das wirklich alles viel einfacher und man merkt sich gut wo man was bekommt. In meiner unmittelbaren Umgebung befinden sich leider nur die herkömmlichen Supermärkte. Bis zum nächsten Markt ist man zu Fuß schon eine halbe Stunde unterwegs und das ist in Wien irgendwie schon eine kleine Ewigkeit… Ich denke, so zu leben heißt eben auch aus der eigenen Komfortzone auszubrechen und auch mal Sachen auszuprobieren, die am ersten Blick vielleicht nicht so gemütlich oder familiär sind.
      Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf deinen Artikel!

      Alles Liebe,
      Mira

  4. Jenni sagt:

    Liebe Mira,

    das klingt doch nach einem tollen Start in das ebenso tolle Projekt! 🙂

    Ich freue mich, dass du das Ganze Schritt für Schritt angehst und dich nicht überforderst damit – das kann in der übervollen Motivation ja gerne mal passieren…
    Als ich deinen Bericht gelesen habe, ist mir aufgefallen, wie lange ich schon nicht mehr im Supermarkt einkaufen war – aktuell kaufe ich ernsthaft nur auf dem Wochenmarkt, im Bioladen oder im Unverpackt-Laden ein. Vielleicht sollte ich mal wieder einen Blick hineinwerfen in einen Discounter, um mir vor Augen zu führen, was da eigentlich noch an Arbeit vor uns liegt, so als Gesellschaft.

    Was mir beim Lesen auch noch eingefallen ist: Vielleicht wäre eine regionale Biokiste eine Idee für dich? Bei vielen Biolandwirten kann man mittlerweile Kisten mit mehr oder weniger individuellem Inhalt nach Hause bestellen. Die Lebensmittel kommen in einer Pfandkiste und man spart nicht nur Verpackungen, sondern unterstützt auch gleich die richtigen Menschen damit. Wir sind mit unserer Kiste unglaublich glücklich (außer, dass wir im Winter ein wenig auf den vielen Kohlköpfen sitzen – aber die kann man ja an den Nachbarn verschenken oder spenden). 🙂

    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg dir!
    Jenni

    • Mira sagt:

      Liebe Jenni,
      ich würde auch gerne einfach auf den Bauernmarkt als Einkaufsquelle umsteigen, aber irgendwie fehlt mir da (noch) die Motivation, dass ich da jedes Mal in die U-Bahn dafür steig, das gleiche gilt für den Unverpacktladen. Aber ich möcht‘ zumindest gewisse Produkte wirklich nur noch dort einkaufen, wie Bohnen, Reis und Co.
      Das mit dem Bio-Kisterl ist eine hervorragende Idee!! Ich hab schon mal ernsthaft drüber nach gedacht, allerdings war das damals noch in meiner Mädls-WG und da hatte jeder so andere Essgewohnheiten, dass es sich nicht ausgezahlt hätte. Jetzt wo ich mit meinem Freund zusammen wohne ist das noch gar nie in den Raum geworfen worden. Ich werd‘ mir das jetzt echt mal anschauen. Ich glaub das würde Sinn machen bei uns! Wo bestellt ihr denn da genau? … ach ja und ich steh total auf Kohl und Kraut. Kann mir gar nicht vorstellen, dass man davon zu viel haben kann 😉

      Alles Liebe,
      Mira

  5. Xenia sagt:

    Sehr sehr interessantes Projekt. Ich bin momentan auch dran, meinen Plastikkonsum zu minimieren 🙂 Richtung Zero Waste.

    • Mira sagt:

      Liebe Xenia,
      ja das Projekt ist teilweise eine ganz schöne Herausforderung gewesen. Das tolle daran war aber, dass ich viele Dinge gelernt habe und einiges davon auch außerhalb der Challenge in meinen Alltag einbauen konnte. So konsumiere ich nun auch generell einfach weniger Müll.
      Alles Liebe,
      Mira

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