by Mira – nachhaltig Leben und Genießen

Fairfashion: Wie schaffe ich es standhaft zu bleiben?

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUm einen nachhaltigen Kleiderschrank zu besitzen, muss man prinzipiell stark bleiben. Shoppingausflüge gehören der Vergangenheit an, spontan Käufe gibt es nicht und generell sollte man sich von seinen alten H&M und Zara Shirts verabschieden. Muss das wirklich sein?  Jeder hat so seine eigene Philosophie was für ihn oder sie Fairfashion bedeutet. Meine Gedanken und ein paar nützliche Tipps findet ihr nach dem Klick.

Seinen bisherigen kompletten Kleiderschrank zu entsorgen, und stattdessen eine neue Garderobe bei People Tree  zu bestellen scheint für viele die einzige Möglichkeit nach außen nachhaltig zu wirken. Ich denke aber nicht, dass es nachhaltig ist, sich jede Woche ein neues Teil zu kaufen; Bio hin oder her, und auch nicht seine alten Klamotten wegzuschmeißen. Aber darüber habe ich hier bereits einen Artikel geschrieben. Fairfashion bedeutet für mich mehr darüber nach zudenken, was man braucht und was man tatsächlich möchte, also ein gesunder Umgang mit seinem Konsumverhalten und natürlich eine vertretbare Produktion der Kleidung. Der ideale Weg wäre natürlich eine faire Produktion in Kombination mit Bio-Baumwolle oder recycelten Materialien, wie es People Tree oder Armedangels verwirklichen. Dass das nicht für jedes unserer Kleidungsstücke zutreffen kann, ist logisch. Man muss sich also selbst Prioritäten setzen.

 

Wie bleibt man also standhaft, wenn man einen Shoppingtrip mit den Mädls macht?

Erst kürzlich war ich auf der Suche nach einer Jeans. Ich hatte genaue Vorstellungen; High Waist, schwarz, klescheng und natürlich fair. Ich habe mich bei Turek umgesehen, denn ich wusste, sie führen die Marke Nudie Jeans, die zu fairen Konditionen Jeans produzieren. Kaum war ich im Laden, sprach mich eine unglaublich nette Verkäuferin an und präsentierte mir gleich, ohne weiter zu Zögern 10 verschiedene Jeans. Sie kannte meine Kriterien, alle, bis auf die faire Kondition. Aus irgendeinem Grund, wollte ich sie nicht in meine Philosophie einweihen, was natürlich extrem doof von mir war. Ich fand mich also mit verschiedenen Jeans in der Kabine wieder, obwohl ich genau wusste, ich könne keine Levis oder Pepe Jeans kaufen. Ich probierte sie dennoch an, um die Verkäuferin nicht zu verärgern (schlechtes Gewissen Olé). Und siehe da, die Pepe Jeans passte wie angegossen! Ich schaue mich im Spiegel an, finde sie toll, sie erfüllt all meine Kriterien, fast alle! Ich schau auf den Preis: 100€, für eine Jeans, die nicht mal fair produziert wurde! Ich überlege… Dann hänge ich sie wieder zurück… Zu Hause lässt mich die Jeans nicht mehr los, ich denke ständig an sie. Das einzige was mir dann half, war google. Um mein Gewissen zu beruhigen gab ich „Pepe Jeans + fair“ in die Suchmaschine ein und schon wurden meine Befürchtungen bestätigt. Es handelt sich um eine Marke, die keine Anstalten macht, zu fairen Konditionen zu produzieren, in der Kategorie Jeans schneidet die Marke mit am schlechtesten ab.  Es öffnet einem die Augen, wenn man sieht wie schlecht eine Marke in dieser Hinsicht abschneidet. Ich konnte wieder klar denken und entschied mich einen neuen Anlauf zu machen. Siehe da, am nächsten Tag wurde ich bei American Apparel fündig. Die Jeans passte sogar noch besser und wurde zu fairen Konditionen in den USA angefertigt.

Wenn man sich also doch irgendwann im Shoppingfieber mit einer herkömmlichen Marke in einer Umkleidekabine wieder findet, dann zückt einfach mal das Handy und googelt die Marke. Meistens ist das schon Augen-öffnend genug. Ich versuche teilweise, das Gute in der Marke zu finden, irgendeinen Lichtblick. Wenn es diesen nicht gibt, dann kann man mit gutem Gewissen Adieu zu dem Teil sagen.

Ein Backgroundcheck ist also nie verkehrt, oft findet man in den Läden irgendwelche Marken, die einem noch unbekannt sind, man weiß nicht ob sie fair produzieren oder nicht. Fragt entweder bei den Verkäufern nach, das zeigt zusätzlich auch, dass es ein prinzipielles Interesse an Fairfashion gibt, oder macht einen kurzen Blick ins Internet.

Wie oft braucht man schon eine neue Jean, eine neue Jacke oder neue Shirts? Eigentlich nicht so oft wie man denkt. Wenn ich dennoch ohne schlechtes Gewissen shoppen gehen möchte, dann bin ich meistens auf Flohmärkten unterwegs. Hier können durchaus auch Zara und H&M Shirts den Weg zu mir finden, denn die Marke verdient schließlich nichts mehr daran. Doch wenn dann wirklich mal ein schönes neues Teil her soll, dann geht es entweder in ausgewählte Shops in Wien oder auf Onlineshops. 

In diesen Shops wirst auch du in Wien fündig:

Turek (führt Armedangels, People Tree, Nudie Jeans, Filippa K.)

Peek und Cloppenburg (führt Armedangels, Naketano, Filippa K., )

Muso Koroni (hier kann man ohne weiter nachzudenken ohne schlechtes Gewissen shoppen)

Kauf dich Glücklich (viele Kleider werden in Europa hergestellt)

 American Apparel (produziert zu fairen Konditionen in den USA)

 *Dieser Beitrag enthält Affiliate Links

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2 comments so far.

2 Antworten zu “Fairfashion: Wie schaffe ich es standhaft zu bleiben?”

  1. Sabrina sagt:

    Hallo Mira!

    Das ist ein sehr wichtiges Thema, das du hier ansprichst. Vor allem, weil es ein langer Weg bis man dort ankommt und die Versuchungen, wie du sagst, groß sind.

    Für mich gehört zu Fairfashion und zu Nachhaltigkeit im Allgemeinen ebenfalls dazu, nur in kleinen Läden einzukaufen und Ketten zu meiden. Turek und Peek sind somit ein NoGo für mich.

    Vor allem in Wien gibt es zahlreiche Möglichkeiten in eigentümergeführten Geschäften einzukaufen. Natürlich ist dort die Auswahl oft eine kleinere, aber das stört mich gar nicht. Ich renn eher davon, wenn mich das übermäßige Angebot in einem Geschäft überfordert.

    • Mira sagt:

      Liebe Sabrina,
      da hast du natürlich vollkommen recht, dass man kleine Läden unterstützen sollte und das versuche ich auch immer wieder. Turek ist allerdings eine Wiener Institution die es schon seit den 1960er Jahren gibt und auch die haben hier mal klein angefangen, deshalb finde ich den Laden eigentlich recht sympathisch. So lang ich dort also fair produzierte Produkte finde, ist es mir egal wo ich sie kaufe. Es ist schon schwer genug standhaft zu bleiben, also lege ich mir da nicht all zu viele Steine in den Weg! 😉
      Alles Liebe,
      Mira

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