FAIR FASHION, GREEN LIFESTYLE

Wohin mit der alten Kleidung?

kleiderschrank wohinDer Kleiderschrank quillt über, jeden Monat kommt mindestens ein neues Stück dazu. In der Früh stehen wir vor dem Schrank und finden erst recht kein Teil, das wir anziehen möchten. Dazu hat sich Maddie bereits letzte Woche Gedanken gemacht. Seit ich das letzte Mal in einer kleinen finanziellen Krise war, habe ich begonnen darüber nachzudenken „Brauche ich das wirklich?“. Mein Kleiderkonsum hat sich dadurch deutlich verringert, denn „brauchen“ tun wir ja eigentlich nicht viel. Über „waste“, also die Verschwendung habe ich mir in letzter Zeit viele Gedanken gemacht und habe auch einige Grundlegende Entscheidungen dafür getroffen. Dazu aber ein anderes Mal mehr, diesmal möchte ich gerne darüber schreiben, wohin wir Kleidung geben können, die wir nicht mehr haben wollen.

Einfach Kleidung in den Müll zu schmeißen habe ich eigentlich noch nie getan, dafür ist sie mir einfach zu schade. Früher habe ich meine Kleidung immer gehortet, je mehr desto besser. Quasi ein Prestigemittel um anderen unter die Nase reiben zu können, wie viel shoppen ich in meinem Leben schon war. Meinen Kleiderschrank zu minimieren hatte einige Gründe:

  1. Muss ich (vermutlich) im nächsten Monat aus meiner Wohnung raus und möchte nicht zu viel Kleidung siedeln
  2. Ziehe ich sowieso immer wieder die gleichen Sachen an und das meiste versperrt einfach nur unnötig Platz
  3. Habe ich ganz einfach keinen Platz mehr in meinem Kleiderschrank und meine Laden gehen einfach nicht mehr zu vor lauter Kleidung

Meinen Kleiderschrank zu minimieren heißt für mich aber nicht, dass ich für neue Kleidung Platz mache. Es heißt für mich mehr Wert auf die Sachen zu legen, die ich habe. Im Idealfall möchte ich gerne Leute finden, die mir die Kleidung ohne viel Aufwand abnehmen und eventuell eine Kleinigkeit dafür bezahlen. Ich möchte, dass die Kleidung jemand anderer noch weiter trägt. Kleidung los zu werden ist gar nicht so einfach wie man denkt, wenn man sie nicht einfach in den Müll schmeißen möchte (was ja ökologisch auch nicht so sinnvoll ist). Ich habe nun die 5 Schritte zusammen gefasst, nach denen ich meine Kleidung anbringe.kleiderschrank

1. Am Flohmarkt verkaufen

Das Flohmarkt Thema habe ich hier ja schon mal angeschnitten. Ich bin einfach ein Flohmarkt-Kind und seit ich denken kann in dieser Welt integriert. In Graz war das noch alles einfacher: hier gibt es einige Flohmärkte am Stadtrand, man bezahlt max. 10€ Standgebühr, stellt sich mit seinem Hab und Gut hin wo man möchte und steigt eigentlich immer mit Gewinn aus. Am Flohmarkt Kleidung zu verkaufen ist natürlich immer so eine Sache… Meistens bekommt man nicht viel für seine Kleidung. In Wien ist es schwieriger auf Flohmärkten zu verkaufen. In der Innenstadt gibt es eigentlich nur einen großen allgemeinen Flohmarkt und das ist der am Naschmarkt wo man mehr als 40€ Standgebühr bezahlt. Sinnvoll ist es dann eher auf einen Flohmarkt zu gehen der das richtige Publikum anspricht. Das wichtigste ist, sich nicht zu viel Hoffnung zu machen. Oft geht man auch mal mit dem gleichen Sack Kleidung heim, mit dem man gekommen ist.

Meine Lieblingsflohmärkte in Wien:

In Graz kann ich euch folgende Flohmärkte empfehlen:

  • Flohmarkt beim Cineplexx; jeden Samstag und Sonntag (auch bei Schlechtwetter)
  • Flohmarkt beim Shopping Center Wester; jeden Sonntag und Feiertag (auch bei Schlechtwetter)

 2. Online verkaufen

Ebay:

Um schnell mal was los zu werden, kann Ebay sehr sinnvoll sein. Ich kann euch allerdings auf Grund meiner Erfahrungen diese Plattform nicht empfehlen. Ich habe eigentlich meistens beim Porto draufzahlen müssen, was natürlich meine Schuld war, weil ich nicht gut genug recherchiert habe. Allerdings ist es dann oft passiert, dass ich mit meinen Verkäufen ins Minus gegangen bin, weil ich bei der Post so viel zahlen musste. Das Porto ändert sich nämlich schneller als man denkt. Schlussendlich habe ich dann aber mit Ebay aufgehört, nach einer sehr leidigen Erfahrung. Ich habe eine neue Adidas Weste, die ich einmal probiert habe beim Verkauf als „Neu, ohne Etikett“ betitelt. Nach dem sie für wenig Geld ersteigert, verschickt und erhalten wurde, bekam ich eine ärgerliche Nachricht vom Käufer. Er behauptete, die Jacke sei nicht neu, weil sie an den Armen „Umkrempelungsspuren“ hätte.  Daraufhin wurde Ebay eingeschalten, die einfach immer im Sinne des Kunden entscheiden. Ich habe somit Geld und Jacke verloren und musste dafür noch Portogebühren zahlen. Eine wirklich ungerechte Erfahrung die ich machen musste, um schließlich mit Ebay ganz aufzuhören.

Kleiderkreisel:

Bei vielen von euch ist Kleiderkreisel bestimmt bekannt. Man stellt Fotos online, eine nette Beschreibung dazu, verhandelt den Preis und fertig. Eigentlich eine nette Sache, ich persönlich habe Kleiderkreisel jedoch immer zu anstrengend gefunden, wenn man Kleidung einfach nur los werden wollte. Die Fotos müssen perfekt sein, am besten noch bearbeitet und das Kleidungsstück in allen erdenklichen Situationen gezeigt werden. Die Beschreibung muss ausführlich sein und schlussendlich müssen die Sachen erst recht wieder verschickt werden, außer es gibt jemanden in deiner Umgebung der zufällig das Teil will. Kleiderkreisel ist demnach meiner Meinung mit sehr viel Aufwand verbunden. Natürlich, wenn man was teures, wirklich Schönes verkaufen möchte, dann zahlt sich das schon aus, aber meistens bekommt man doch nicht mehr als 5€ für sein Lieblingsstück und auf den teureren Dingen bleibt man sitzen.

Shpock:

Ich war relativ skeptisch, als ich mir die App das erste Mal aufs Handy geladen habe und konnte nicht wirklich glauben, dass jemand anderer hier in Wien die selbe App benutzt, deshalb wurde sie erst mal wieder gelöscht. Nach meinem letzten Flohmarktverkauf, bei dem ich fast nichts los wurde, war ich dann aber doch so verzweifelt, dass ich mir die App wieder runter geladen habe. Es funktioniert total einfach: Mit dem Handy ein paar Fotos geschossen, hochgeladen, ein kurzer Text und fertig. Nach dem einen ganzen Tag lang niemand auf meine Artikel reagiert hatte, habe ich die Sache fast schon wieder abgeschrieben. Am Ende der Woche hatte ich dann aber doch schon fast 10 Teile verkauft und das noch dazu in Wien, das heißt: keine Post, kein Porto und kein Verlustgeschäft für mich. Man trifft sich einfach zur Übergabe, oder der Käufer kommt zu dir in die Wohnung. Genial!

3. Spenden

In Wien findet man auf den Straßen zwei Kleidercontainer: Der eine von Humana, der andere von der Caritas. Wenn man sich dazu entschließt Kleidung zu spenden, ist dies eine gute Möglichkeit sie loszuwerden. In die Container sollen allerdings keine Schuhe, Taschen, Decken oder Tücher geschmissen werden. Diese würden ausnahmslos entsorgt werden und ihr Ziel verfehlen. Achtet darauf, dass die Kleidung keine Flecken oder Löcher hat, auch diese wären im Spendencotainer fehl am Platz und würden nur den Weg auf den Müll finden. Ob in den Humana Container oder in den Caritas Container ist ganz allein eure Entscheidung. Humana verkauft deine Kleidung dann in ihren Geschäften und von den Einnahmen werden Projekte für Entwicklungsländer finanziert. Alles was in den Carla Kleidercontainer der Caritas landet, wird ebenso weiterverkauft. Der Ertrag fließt in Projekte der Caritas für langzeitarbeitslose und Wohnungslose Menschen. Beides also eine gute Sache.

4. Weiterverwerten

Kleidung wird mit der Zeit kaputt und da hilft es auch nicht, sie versuchen zu verkaufen oder in eine Altkleidersammlung zu schmeißen, denn Löchrige Kleidung mag keiner haben. Bevor ihr sie aber in den Restmüll werft, denkt darüber nach, was ihr sonst noch mit dem kaputten oder fleckigen Teil machen könnt. Baumwollshirts eignen sich hervorragend als Putzfetzen und wer kauft schon gern Putzfetzen ein, wenn man sie doch so einfach selbst machen kann? Hat eure Jeans Löcher? Schneidet sie ab und macht eine Shorts draus, oder sogar einen Rock! Natürlich kann man nicht alles retten, aber bevor die Kleidung im Müll landet, solltet ihr immer einen kurzen Augenblick darüber nachdenken, ob man nicht noch was damit machen könnte!

5. Müll

Wenn es nicht mehr anders geht, dann ab in den Müll damit! Bei mir landet vielleicht einmal im Jahr ein ziemlich kaputtes Teil im Müll.

 

Habt ihr noch andere Ideen, wie man alte Kleidung los wird? Was sind eure Erfahrungen mit Flohmärkten und Online Plattformen?

Und eine offene Frage gibt es noch: Wohin eigentlich mit alten Schuhen und Taschen, die keiner mehr will?

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1 Comment

  • Reply liebe was ist Juni 24, 2015 at 2:26 pm

    ein top Beitrag! habe vor einer Weile auch meinen Kleiderschrank erleichtert (https://liebewasist.wordpress.com/2015/04/15/projectwardrobe-oder-der-teufel-tragt-was-anderes/) und das war ein wirklich gutes Gefühl! endlich hatte ich das Gefühl wirklich jedes einzelne Teil in meinem Schrank zu kennen ;)
    die aussortierten Sachen habe ich zum Teil über Textilankauf.com weggeben, wo man das eingenommene Geld direkt spenden kann und zum anderen an Freunde weitergegeben …

    <3 Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

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