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Frauenhygiene: Nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Binden und Tampons

Wusstest du, dass wir in unserem Leben zwischen 10 000 bis 17 000 Binden bzw. Tampons verbrauchen? Das ist ganz schön viel Müll. Herkömmliche Tampons und Binden enthalten außerdem viele chemische Inhaltsstoffe, die zum Einen nicht gut für unseren Körper und zum Anderen auch schädlich für die Umwelt sind. Die große Mehrheit der Frauen sind also mitverantwortlich für das Wachstum eines riesen Industriezweigs und wir Frauen haben es auch in der Macht, diese Industrie zu unserem Wohl zu verändern. 

Was sind eigentlich die Probleme an herkömmlichen Binden und Tampons?

Nicht nur viel Müll und Chemie ist hier involviert, sondern auch ein riesen Wirtschaftszweig steckt dahinter. Nebenbei versucht sogar der Staat an unserer monatlichen Blutung „mitzunaschen“. (Ich schreibe das ganz absichtlich etwas unappetitlich). 20% Steuern werden auf Frauenhygieneprodukte verrechnet, genauso hoch wird Champagner besteuert. Eigentlich sollte allein das schon Grund genug sein, hier mal „Stopp“ zu sagen. 

„Wir verwenden die Dinger doch schon seit Jahrzehnte, was soll daran schlecht sein?“ Falsch gedacht, nicht alles was „alt“ ist, ist gut. Und rein historisch betrachtet sind Erfindungen, die während des 20. Jahrhunderts hervorgetreten sind nicht gerade „alt“ und gerade wegen den vielen chemischen Entwicklungen äußerst fragwürdig zu betrachten. 

Für herkömmliche Binden und Tampons muss Baumwolle erstmal gebleicht werden und da bleibt der Rückstand Dioxin im Hygieneprodukt, welches äußerst schädlich für unseren Körper ist. Dioxin wird in Verbindung mit Krebs, Unfruchtbarkeit und Endometriose gebracht.  Außerdem werden in einigen der Produkte künstliche Duft-und Farbstoffe, Polyester und Klebstoffe verwendet. Die Mischung aus Synthetik, Plastik und Baumwolle ist ein beliebtes Material für Binden und Tampons. Dadurch kann die Absorbierung erhöht werden. Dies beeinträchtigt dafür die natürliche Luftzirkulation und fängt Wärme und Feuchtigkeit ein. Dadurch kann sich ganz einfach ein Scheidenpilz entwickeln. Tampons können außerdem auch andere Toxine enthalten, die durch die Schleimhaut einfach in den Blutkreislauf aufgenommen werden können, was zu weiteren Krankheitsbildern führen kann. 

Meine persönliche Erfahrung

Seit ich meine Menstruation bekomme verwende ich herkömmliche gebleichte Tampons. Binden mochte ich eigentlich nie. Obwohl ich das Einführen von Tampons immer sehr unangenehm fand und ich immer wieder Angst hatte, zu vergessen die Dinger zu wechseln, benutzte ich sie weiterhin. Meine Neurose zum zweiteren Problem wurde aber mit der Zeit immer größer und so entschied ich mich dazu auf Binden umzusteigen. Zu erst Bio-Binden und schließlich wurde ich auf die Menstruationsunterhosen aufmerksam, dessen größter Fan ich seit einem Jahr bin. Ab und zu, zum Beispiel zum Schwimmen gehen, verwende ich noch Tampons und wenn ich nicht zum Waschen komme wechsle ich zu Bio-Binden. Aber im großen und ganzen habe ich meinen chemischen„Menstruationsmüll“ stark reduziert und fühle mich mit meinem Körper damit auch im Reinen.

1. Menstruationsunterhosen

Mein absoluter Favorit sind also die Menstruations Panties. Ich war anfangs so skeptisch, dass so etwas überhaupt funktionieren kann und habe mir sämtliche YouTube Videos von Erfahrungsberichten dazu angesehen, bis ich sie endlich bestellt habe. Seit einem Jahr verwende ich sie wirklich jedes Monat, fast in jeder Situation.

Das Prinzip ist simpel. Es handelt sich um ganz normale Unterhosen, in denen einfach eine Arte Binde aus vier Schichten eingenäht wurde. Die sind dafür verantwortlich, dass das Blut aufgesaugt wird, aber nicht durch läuft. Für jede Situation gibt’s dabei das richtige Höschen; für starke Tage, für leichte, für Sport, zum Schlafen. Es wird auch genau angegeben, wie viele Tampons mit einem Höschen ersetzt werden, so kannst du gut einschätzen, wann du deine Panties wechseln musst. Länger als 12 Stunden solltest du die Unterhose aus hygienischen Gründen aber nicht anhaben. Nach dem Tragen wäscht du sie mit kaltem Wasser aus, so kann das Blut am besten gleich gelöst werden. Dann schmeißt du die Hose einfach zur nächsten Wäsche und wäscht sie normal mit.

Ich habe mir vor ca. einem Jahr vier Stück von Thinx aus den USA schicken lassen, das kam etwas teuer, da der Zoll auch noch zu bezahlen war. Mittlerweile gibt es aber auch das deutsche Unternehmen Ooshi. Ein Review dazu könnt ihr auf Blattgrün, dem Blog von Tanja lesen. Ich besitze nun zwei Unterhosen für starke Tage und zwei für weniger starke. Damit komme ich nicht ganz aus, weil ich nicht so oft Wäsche wasche. Daher würde ich mir demnächst noch zwei Stück dazu bestellen. Mit 6 Stück sollte man aber gut um die Runden kommen.

2. Menstruations Tasse

Die Idee der Menstruationstasse ist genial. Einmal gekauft ist sie bis zu 10 Jahre wiederverwendbar. Zwar muss man am Anfang einen höheren Betrag investieren (Meistens kosten die Dinger so zwischen 20-50€), dafür muss man sich danach keine Gedanken mehr über Nachschub machen. Von Marke zu Marke sind die Größen unterschiedlich. Meistens kann man sich allerdings zwischen zwei Größen entscheiden, dabei spielt vor allem die Information, ob du bereits ein Kind auf die Welt gebracht hast, eine entscheidende Rolle. Alle Infos dazu findest du zum Beispiel auf Erdbeerwoche.

Da ich auch kein großer Fan von Tampons bin, wurde ich auch mit der Tasse noch nicht recht warm. Nichtsdestotrotz habe ich sie aber schon ausprobiert. Das erstmalige Einführen und Rausnehmen hat bei mir einige Schweißausbrüche hervorgebracht, aber ansonsten war der Tragekomfort auf jeden Fall sehr angenehm. Da ich nicht so viel Erfahrung damit gemacht habe, verlinke ich euch hier einige Blogs, die ihre Erfahrungen zur Menstruationstasse bereits geschildert haben:

 

3. Bio- Tampons und Bio-Binden

Die Werbung ist schon furchtbar fies. Seit ich denken kann wird mir auf sämtlichen Kanälen eingedichtet, dass ich nur mit ‚O.B.‘ und ‚Always‘ glücklich durch meine Tage komme, was natürlich kompletter bullshit ist. Niemand sagt dir dabei, wie umweltschädlich die Dinger sind und dass es auch keine gesunde Lösung für unseren Körper ist. Jahrelang habe ich immer genau zu diesen Produkten gegriffen, weil sie mir einfach einen besseren Lebensstil versprachen. Habe ich diesen dadurch bekommen? Natürlich nicht! Ich kaufe mittlerweile viel seltener Einweg-Frauenhygieneprodukte, aber wenn, dann schaue ich mich im Regal genau um und wähle immer das Produkt welches aus Bio-Baumwolle ist und möglichst wenig chemische Zusätze beinhaltet. Mittlerweile ist die Auswahl viel größer und man bekommt solche Produkte auch abseits des Bio-Ladens. Zum Beispiel gibt es bei DM die Produkte von Organyc oder Einhorn.

4. Wiederverwendbare Stoffbinden

Noch besser als Einweg Bio-Produkte sind natürlich Mehrweg-Binden! Mittlerweile gibt’s sogar richtig viele Nähanleitungen dafür im Internet zu finden. Wer aber so wie ich nicht so talentiert im Nähen ist, der kann sich die Binden auch online kaufen, oder auch in einigen ausgewählten Shops, zum Beispiel bei Bipa. Das Prinzip ist ähnlich wie bei den Menstruationsunterhosen: Nach dem Tragen einfach mit kaltem Wasser auswaschen und anschließend bei der normalen Wäsche mitwaschen. Ein F&Q zu dem Thema gibt’s auf dem Blog von Jeannine von Mini and Me.

Wer sich mehr zu dem Thema einlesen möchte, für den hab ich jetzt hier noch ein paar Lese-Tipps:

Bist du schon umgestiegen? Welche Alternative bevorzugst du?

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