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10 Tipps für Rio de Janeiro

OLYMPUS DIGITAL CAMERARio ist eine Stadt mit vielen Fassetten; einerseits wird sie Cidade Maravilhosa (wundervolle Stadt) genannt und andererseits haben Reisende oft Angst in der großen Stadt vor Kriminalität und Krankheiten. Die Angst ist auch teilweise berechtigt, auch Cariocas (Bewohner von Rio) meiden gefährliche Situationen, denn Vorsicht ist besser als Nachsicht. Man muss nur wissen wie man sich hier richtig verhält, dann steht einem großartigen Aufenthalt in der wundervollen Stadt auch nichts mehr im Wege. Hier also meine 10 Tipps…

OLYMPUS DIGITAL CAMERA1. Geld sparen

Rio ist nach São Paulo die teuerste Stadt Südamerikas, es schadet also nicht ein bisschen besser acht auf die Geldbörse zu geben und nicht auf jede Touristenfalle zu reagieren. Besonders viel Geld kann man meiner Meinung nach bei den Touristenattraktionen sparen. Möchte man beispielsweise den Cristo Redentor besichtigen, zahlt man normalerweise 60 RS (also ca. 15€) für eine Hin- und Retourfahrt  mit der Zahnradbahn inklusive Eintritt. Nimmt man sich allerdings die Zeit um den Gipfel tatsächlich zu Fuß zu erklimmen, spart man nicht nur einiges an Geld sondern kommt noch dazu in den Genuss von unglaublicher Natur und sieht eventuell sogar ein paar Äffchen. Den ca. 2 Stunden steilen Aufstieg beginnt man im wundervollen Parque Lage. Oben angekommen muss man schließlich nur noch den Eintritt von ca. 20 RS zu dem Monument zahlen.

Edit 22.8 2018:

Achtung! Ich habe die Info bekommen, dass der Fußweg zum Cristo Redentor nicht mehr sehr sicher ist und von Überfällen öfters berichtet wurde. Daher rate ich von der Benützung dieses Weges auf jeden Fall ab. 

Dasselbe gilt für den Zuckerhut. Die Seilbahnfahrt für hin und retour kostet immerhin 80 RS (20€). Auch hier gibt es einen tollen Wanderweg, der sogar um einiges einfacher ist und nicht so steil wie der vom Corcovado. Beginnen tut er im kleinen Nationalpark, denn man direkt neben der Praia Vermelha betreten kann. Folgt man ca. 10min dem Weg an der Küste, erreicht man schließlich den Aufgang zum Morro da Urca und es geht ca. 45 min über einen gut befestigten Wanderweg nach oben hinauf. Oben angekommen braucht man nur noch ein Ticket für die zweite Seilbahnfahrt hinauf auf den Zuckerhut und wieder zurück und das sind dann nur noch 40 RS.

Geld sparen kann man auch beim Museumsbesuch. Diesen plant man am besten für einen Sonntag ein, auch wenn es dann nur so von Cariocas dort wimmelt. Die meisten der Museen sind nämlich am Sonntag gratis und daher besonders beliebt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA2. Kleidung, Taschen und Schmuck

Wenn man in untouristischeren Gegenden unterwegs ist, ist es bestimmt nicht verkehrt sich ein bisschen an die Cariocas anzupassen. Fällt man als Tourist auf, ist die Wahrscheinlichkeit größer in unangenehme Situationen zu kommen. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, was haben die Bewohner von Rio eigentlich an? Lange Hosen oder doch eher Kurze? Für uns scheinen 25° C Sommerlich heiß zu sein, aber für Cariocas ist das schon ein Grund die Handschuhe auszupacken. Weiß man also, man kommt in eine eher untouristischere Gegend ist eine lange Hose dann vielleicht gar nicht verkehrt, auch wenn man darin schwitzt. Schmuck ist ein genauso wichtiger Faktor. Am besten man verzichtet ganz darauf oder steigt auf Holzschuck oder ähnliches um, denn alles was funkelt, zieht potenzielle Diebe an. Dasselbe gilt für teure Markentaschen, die man am besten gleich zuhause lässt. Gut eignen sich Taschen, die man sich schräg über die Schultern hängen kann, gut verschlossen sind oder einfache Rucksäcke. Taschendiebe sind vor allem an Orten wo viele Menschen unterwegs sind (Metro, Fähre, Lapa, Touristenattraktionen), in einsamen Gegenden ist dafür die Gefahr umso größer dass die ganze Tasche gestohlen wird. Also achtet auch darauf, auf wertvolle Gegenstände in euren Taschen zu verzichten.

10-tipps-für-rio-santa-teresa3. Rios Bezirke

Für die eigene Sicherheit ist es ganz gut, sich mit den Bezirken von Rio ein bisschen zu beschäftigen. Es gibt in manchen Bezirken einen größeren Risikofaktor als in anderen, in dem wieder mehr Polizei präsent ist. Ipanema gilt prinzipiell als eine der sichersten Gegenden für Touristen, wo es kaum Probleme Tags wie Nachts gibt. Besondere Vorsicht ist im belebten Business Bezirk Centro zu geben, hier ist zwar unter der Woche alles voll mit Menschen, aber am Wochenende ist der Bezirk wie ausgestorben. Obwohl hier ein paar richtig tolle Museen sind, sollte man generell nur unter der Woche hier her kommen, wo auch Polizisten jedes Eck genau überwachen. Das genaue Gegenteil gilt wiederum für Santa Teresa. Der kleine Künstlerbezirk, der umrandet ist von Favelas, ist besonders unter der Woche zu meiden, da hier nur eine Handvoll Touristen herauf kommen und die Polizeipräsents deshalb eingeschränkt wird. Am Wochenende kann man hier aber ohne Probleme flanieren, nur wenn es dunkel wird sollte man sich dann ein Taxi nehmen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA4. Metro fahren als Frau

Ist man als Frau alleine in Rio unterwegs sollte man in öffentlichen Verkehrsmitteln besondere Vorsicht geben und im besten Fall auf das Bauchgefühl hören. Die Metro kann zur Rushhour ganz schön voll werden und ist deshalb eine Gefahrenzone für sexuelle Belästigungen. Sehr praktisch hingegen sind unter der Woche die Frauenwagons zwischen 17 und 21 Uhr. Wie der Name schon sagt, sind diese Metrowagons nur für Frauen reserviert und diese werden akribisch vom Sicherheitspersonal überwacht. Sobald sich eine männliche Person in einem der Wagen befindet, wird dieser ohne Diskussion hinaus befördert. Nach 21 Uhr sollte man aber als Frau auf jeden Fall die Metro meiden und lieber auf ein Taxi umsteigen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA5. Taxi fahren

Taxis gibt es wie Sand am Meer in Rio. Bei der Wahl seines Taxis sollte man sich für ein gelbes Radio (Funk) Taxi entscheiden. Jedes dieser Taxis ist in Kontakt mit der Hauptzentrale und daher streng überwacht. Nebenbei gibt es einen Km-Zähler, auf den der Kunde Einsicht hat. Also unbedingt überprüfen ob dieser auch eingeschalten ist, ansonsten kann der Fahrer utopische Summen von einem verlangen. An Flughäfen und Busbahnhöfen gibt es aber eigentlich immer eine Verkaufszentrale, wo man direkt vorher den Preis aushandelt und bezahlt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA6. Moskito Spray und Sonnencreme

Etwas das neben einer Flasche Wasser immer in der Tasche mitgeführt werden sollte, sind Moskito Spray und Sonnencreme. Moskito Sprays schützt dich nicht nur von unangenehmen Gelsenstichen, sondern auch von einhergehenden Krankheiten, die in vielen Regionen von Brasilien übertragen werden, wie Zika, Dengue oder Schweinegrippe.  Besondere Vorsicht ist zu geben, wenn man sich in Gebieten mit  viel tropischen Pflanzen oder stehendem Gewässer befindet. Das gilt in Rio vor allem beim Lagoa, im Jardim Botanico, Parque Large, Corcovado und am Morro da Urca, um nur eine wenige wichtige zu nennen. Genauso wenig sollte man auf Sonnencreme verzichten. Diese ist nicht nur im Sommer, wo die Temperaturen bis zu 40° C erreichen können, sinnvoll, sondern auch noch im Winter. Die Sonne ist überall in Brasilien sehr stark und man übersieht den Sonneneinfall schneller als man glaubt, also unbedingt gleich direkt in der Früh die freiliegenden Stellen eincremen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA8. Online Tickets

Um lästige Wartezeiten zu vermeiden, kann man sich wie in vielen anderen Städten Online Tickets für die größten Touristenattraktionen im Vorhinein kaufen. Auf dem Webshop von Cristo Redentor kann man direkt Datum, Uhrzeit und bevorzugtes Transportmittel wählen. So erspart man sich ca. 2 Stunden Wartezeit direkt vor Ort. Dasselbe gilt für den Zuckerhut, wo man sich ebenso im vorhinein Online Tickets für die Seilbahn besorgen kann. Notwendig ist dies allerdings nur an den Wochenenden und in den Ferien, weil die Seilbahn kürzere Intervalle hat, als die Zahnradbahn auf den Corcovado.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA7. Stadtplan einprägen!

So sehr ich es mag, mich einfach in einer fremden Stadt treiben zu lassen, alles dem Zufall zu überlassen und neue unbekannte Ecken zu erkunden, Rio ist leider der falsche Ort dafür. Es ist einfacher als man denkt, von einer gut frequentierten Straße, in eine gefährliche Gegend ab zukommen. Und auch hier gilt, je unauffälliger man sich benimmt, desto sicherer ist die Situation. Den Stadtplan deshalb lieber in einer frequentierten, touristischen Gegend auspacken, als in einem einsamen dunklen Eck. Ich schreib mir eigentlich immer einen Spickzettel, mit einer Skizze zu der Gegend und die wichtigsten Straßennamen, so geht man nicht verloren und fällt auch nicht gleich als verplanter Tourist auf.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA9. Der Knigge für den Strand

Wer hätte sich gedacht, dass es in Brasilien am Strand doch richtige Benimmregeln gibt? Obwohl Brasilianer und Brasilianerinnen sehr gerne viel Haut zeigen, in dem sie am Strand nur spärlich ihre Geschlechtsteile bedecken, heißt das noch lange nicht, dass man direkt auf das Bikini-Oberteil verzichten darf. Das ist nämlich gar nicht gerne gesehen. FKK gibt es offiziell gar nicht in Brasilien und für Oben-ohne Sonnenbaden wird gerne ein Security oder sogar die Polizei gerufen. Genauso wenig sollte man am Strand seinen Badehose oder den Bikini wechseln, oder sich gar ganz umziehen. Um unangenehme Blicke zu vermeiden, oder sogar eine böse Mahnung, sollte man lieber eine Kabine oder die Toiletten aufsuchen. Aber am besten kommt man gleich in voller Bademontur an den Strand und verlässt ihn auch so wieder.

vegetarisch-essen-in-mariana10. Essen bestellen

Als Singletraveller kommt man spätestens beim Essenbestellen ein kleines Problem. Nur in ausgewählten Restaurants bekommt man „Individual“ Gerichte, das heißt ein Gericht für eine Person. Alles andere was man so auf der Speisekarte findet, sind meistens für zwei Personen oder sogar mehr. Es wird hier einfach alles geteilt, die Pizza, der Salat, die Spaghetti, … Alles kommt auf einen großen Teller in die Mitte vom Tisch und dann kann jeder essen so viel er will. Eigentlich eine tolle Idee, aber was wenn der Gegenüber an Zöliaki leidet, kein Fleisch isst, laktoseintolerant ist, oder gar auf Diät ist? Über so etwas machen sich Brasilianer anscheinend keine Gedanken.

Wart ich auch schon mal in Rio und habt Tipps oder ähnliche Erfahrungen, die euch aufgefallen sind? Ich freu mich auf eure Kommentare!

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5 comments so far.

5 Antworten zu “10 Tipps für Rio de Janeiro”

  1. Julia sagt:

    Liebe Mira, bin letztens auf deinen Blog gestoßen und gleich mal hängen geblieben, weil ich aktuell auch gerade im Auslandssemester in Brasilien bin, jedoch weiter südlich in Curitiba. Mein erster Rio-Besuch steht im August an, deswegen sind deine Tipps grade super passend. Insbesondere die Infos bzgl. der Tickets für Cristo & Co. find ich hilfreich. 🙂

    • Mira sagt:

      Liebe Julia,
      das ist ja ein netter Zufall, dass du auch gerade hier bist mit der Uni. Ich hoffe du genießt die Zeit und hast eine bisschen besser organisierte Universität als ich! 😉
      Über Rio werd ich auf jeden Fall noch ein oder zwei Posts verfassen und ich hoffe es geht sich auch noch vor August aus. Falls du aber spezielle Fragen zu Rio hast, kannst du mir gerne schreiben!
      Alles Liebe,
      Mira

  2. Jean sagt:

    Hallo Mira,
    deine Tipps sind echt cool, die geben einem als Leser sofort ein Gefühl für die Stadt. Leider war ich noch nie in Rio de Janeiro, aber deine Bilder sind auch einfach so schön, mal sehen, ob ich das bald mal schaffe 😉
    Liebe Grüße, Jean
    http://jean-abovetheclouds.com

  3. Hallo Mira,

    vielen Dank für die zusammengetragenen Tipps für Rio. Wir sind auch gerade 1 Woche in Rio unterwegs und mussten uns an die neue Sicherheitslage erst einmal gewöhnen. In den anderen Südamerikanischen Ländern muss man da nicht sooo sehr aufpassen.

    Wir wollten nur die Anmerkung geben das aufgrund vermehrter Überfälle der Fußweg zum Christo Redentor nicht empfohlen wird. Mehrere einheimische haben uns dringend davon abgeraten. Auch die Touren in die Favelas werden aktuell nicht mehr angeboten weil sich die Situation darin gerade wieder verschärft und mehr Polizei Aktivitäten stattfinden. Z.b. die Favela mit der berühmten Michael Jackson Statue.

    Wir hoffen das ändert sich bald wieder :).

    Viele Grüße aus Rio
    Katharina und Philipp

    • Mira sagt:

      Liebe Katharina und lieber Philipp,
      vielen Dank für euer Kommentar!
      Ich habe gehört, dass sich seit ein paar Monaten die Lage in Rio wieder ziemlich zugespitzt hat. Es ist echt schade, dass die Situation nicht besser wird, sondern im Gegenteil immer schlimmer.
      Ich werde eure Tipps zu dem Fußweg am Christo auf jeden Fall hier in den Beitrag übernehmen.
      Von Favela-Besichtigungen würde ich sowieso eher abraten. Es ist ein einziger Marketing Streich der Regierung, um den Touristen vorzugaukeln dass alles schön und gut ist. Profitieren tut nur die Regierung und der Tourismus, die Favelas bekommen da nur ein winziges Stück vom Kuchen ab. Habe damals auch mit Cariocas drüber gesprochen, die das auf keinen Fall unterstützen würden.

      Ganz liebe Grüße nach Rio, genießt die Zeit!
      Mira

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