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Travel England: Tagesausflug nach Southport

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAls ich Mitte April einige Tage mit Freunden in Liverpool verbracht habe, beschlossen wir für eine kleine Stadt-Auszeit an Englands Küste zu fahren. Ein Auto mieten wollten wir nicht und zu weit weg sollte es auch nicht sein. Nach langer Recherche entschieden wir uns in die kleine Küstenstadt Southport zu fahren. Ohne viel Ahnung über die Ortschaft packten wir also unsere sieben Sachen und waren…. überrascht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAZiemlich easy kommt man entweder mit Zug oder Bus von Liverpool in maximal einer Stunde nach Southport. Bei der Hinreise entschieden wir uns für einen Bus. Die Linie 300 fährt vom Stadtzentrum Liverpools direkt nach Southport und kostet gerade einmal 2,20 Pfund. Im Bus sollten wir eigentlich schon stutzig werden, denn von den Fahrgästen war niemand unter 60 Jahre alt.

Angekommen in Southport waren wir begeistert vom schönen warmen Wetter und dass wir zufällig genau in der Straße den Bus verließen, wo sich auch unser Hotel befand. Das Richmond House hatten wir über Bookings.com gefunden und es war eine richtige Bereicherung, nach unserem Hostel Aufenthalt in Liverpool. Das Personal war super lieb und die Zimmer zwar sehr klein, aber dafür sehr sauber und gemütlich.

OLYMPUS DIGITAL CAMERANach dem wir uns im Hotel ein wenig frisch gemacht hatten, ging es los um die Stadt zu erkunden. Wir wollten gleich mal den Pier beschreiten, der angeblich der zweit längste in ganz England sein sollte. An dem sonnigen Tag waren ganz schön viele Leute in Richtung Pier unterwegs, dieser wurde sogar mit einem kleinen Zug befahren. Wir beschritten also den Pier, überquerten einen kleinen See mit vielen Schwänen, dann folgte der Sandstrand, der unendlich zu sein schien. Familien picknickten dort unten im Sand, manche Engländer gingen mit ihren Hunden an der Küste spazieren. Aber wo war das Meer? Vielleicht ein Stückchen weiter? Vielleicht würde man es am Ende des Piers sehen? Nichts. Kein Meer, nur ewig weiter Sandstrand. Es war nicht einmal ein Spritzer Wasser am Horizont zu entdecken. Enttäuscht versuchten wir unsere Laune mit Eis am Ende des Piers zu verbessern. Im Nachhinein erzählte uns Google, dass die Flut in Southport nur kurz einsetzt und wenn sie einmal da ist, dann steigt das Wasser um 5 Meter an. Diese Flut hatten wir scheinbar verpasst. Während des ganzen Besuchs bekamen wir kein Tröpfchen Meereswasser zu Gesicht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAUm dem Wind ein bisschen zu entkommen flüchteten wir in den Amusement Park gleich am Beginn des Piers. Das Funland ist eine typisch Britische Institution, wo hauptsächlich Familien mit ihren Kindern abhängen und massenhaft Pennies und Pfund in die Spielautomaten schmeißen. Der sorgsame Umgang mit Geld wird einem hier als Kind wohl nicht beigebracht, dafür wie man Spielautomaten austrickst und wo man den höchsten Gewinn bekommt. Auch wir verfielen der Spielsucht. Am besten funktionierte definitiv das Pferdewettspiel. Die Automaten und Spiele waren teilweise wirklich entzückend und erinnerten an längst vergangene Zeiten, trotzdem schauten zum Schluss als Gewinn nicht mehr als ein paar Packungen Gummibären raus. Für das Geld, das wir im Funland ausgegeben hatten, hätten wir zehn Mal so viele im Supermarkt kaufen können.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAbgesehen von den vielen Jungfamilien, die sich im Funland aufhielten, bestand der Großteil der Southport Bevölkerung aus Senioren. Find ich nicht schlecht. Ich habe mich damals 2011 auch sehr wohl in Warnemünde gefühlt. Was in Southport allerdings anders als im deutschen Ostsee Städtchen ist, ist das der Großteil von ihnen mit Mobility Scooter sich fortbewegt. Ich musste da leider sofort an eine gewisse South Park folge denken, wo Cartman so stark an Gewicht zu nahm, dass er von seiner Versicherung einen Mobility Scooter gesponsert bekam und ganz South Park war überflutet mit den langsamen Fortbewegungsmittel. Ich möchte sowas natürlich nicht verurteilen. Wenn man in seiner Bewegung so eingeschränkt ist und tatsächlich einen benötigt, dann sollte man auf solche modernen Erfindungen auch zurück greifen dürfen. Meiner Meinung, war die Grenze zwischen Brauchen und Bequemlichkeit in Southport allerdings überschritten. Vor Pubs und Supermärkten parkten die Mobility Scooter wie Kinderwägen am Spielplatz. Am Gehsteig musste man aufpassen nicht von ihnen überführt zu werden, das war fast schon so ein Zustand wie in Amsterdam mit den Fahrrädern. Im Nachhinein habe ich mir sagen lassen, dass dieses Mobility Scooter Phänomen ganz typisch für England und die USA ist.

Seltsames kleines Städtchen, aber wir machten uns unseren Spaß draus. Die meiste Zeit schlenderten wir herum, erkundeten ulkige Einkaufszentren und tranken ab und an ein Bier. Am Abend ging es natürlich wieder zurück in das Fundland.

Nach einer gemütlichen Nacht in unserem Hotel ging es am nächsten Tag mit dem Zug weiter nach Manchester, von wo aus unser Flug zurück nach Wien ging. Das Zugticket kostete keine 15 Pfund und brachte uns am direkten Weg bis ins Zentrum nach Manchester, wo wir nur noch in den Zug zum Flughafen umsteigen mussten.

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