Österreich, TRAVEL

2-Tages-Wanderung im Gesäuse – Von Admont nach Gaishorn

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAnfang Juni war ich wieder einmal in den Bergen. Diesmal ging es ins Gesäuse, in den jüngsten Nationalpark Österreichs und eine der schönsten Gegenden der Steiermark. Wie immer galt für uns: die An- und Abreise muss mit den Öffis zu machen sein. Deshalb starteten wir in Admont und wanderten zwei Tage bis nach Gaishorn am See.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWie ich euch ja in diesem Beitrag schon erzählt habe, gehört Wandern wirklich zu einer meiner größten Leidenschaften. Ich packte deshalb wieder einmal meinen Rucksack und fuhr in die Steiermark um dort mit meiner Freundin Marie ein bisschen die Natur zu genießen. Recht früh nahmen wir in Graz den Zug nach Liezen, von wo wir einen direkten Anschluss mit dem Postbus nach Admont hatten. Natürlich kann man auch von Wien aus starten, die Fahrt dauert dann ungefähr eine Stunde länger, also 3,5 Stunden. In Admont sind wir gleich bei der ersten Haltestelle „Admont Kasteneck“ ausgestiegen, wo wir noch einen kleinen Abstecher in das Stift gemacht haben und bei der Touristeninformation holten wir uns dann noch eine Wanderkarte. Bei der Touristeninfo bekommt man übrigens auch super hilfreiche Informationen über Wetter und Routen. Wirklich sehr toll, wenn man sich in der Gegend nicht so gut auskennt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAVom Stift geht man dann also noch ca. 20 Minuten an der Straße entlang, bis man nach einem Sägewerk an einer Forststraße leicht bergauf einem Fluss folgen kann. Die erste Strecke ist, abgesehen von der tollen Aussicht auf die umliegenden Berge, wenig aufregend. Mit dem Postbus hätte man auch noch die Chance weiter hinauf bis zur Station „Gesäuseeingang“ zu fahren. Von dort aus beginnt die eigentliche Wanderung Richtung Oberst Klinke Hütte. 

Vom Parkplatz, bzw. von der Bushaltestelle „Gesäuseeingang“ wandert man über Wiesen und Forstwege über das Schloss Kaiserau immer näher in Richtung Admonter Kalbling (2196m). Die Besteigung von jenem Gipfel, soll angeblich auch wunderschön sein und ist von der Klinke Hütte aus gut zu halten. Da wir allerdings noch weiter zur Mödlinger Hütte wollten, mussten wir die Gipfelbesteigung auslassen. Kurz vor der Klinke Hütte geht’s dann noch mal steil bergauf, aber nicht lange, so erreicht man nach insgesamt drei Stunden Gehzeit die erste Hütte um Rast zu machen. Nach einer Frittatensuppe und einem Espresso setzten wir unsere Wanderung fort.

2 tages wanderung von admont marieNach der Mittagspause waren wir doch etwas müde geworden, obwohl die erste Etappe gar nicht so anspruchsvoll war. Nun standen 300 Höhenmeter bergab und 300 Höhenmeter wieder bergauf gehen bevor. Es musste nämlich der Flitzengraben überwunden werden, um zur nächsten Hütte zu gelangen. Bei gutem Wetter sind die Schlucht und alle anderen Bäche wirklich gut zu überqueren, bei schlechtem Wetter sollte man Rücksprache mit der Touristeninfo oder den Hüttenwirten machen, ob der Graben begehbar ist. Von dem Flitzengraben hat man auch wieder einen wunderschönen Ausblick auf das Bergmassiv, das einem immer total Nahe vorkommt, aber doch so weit hinauf ragt. Stetig bergauf geht es dann über kleine Waldpfade und teilweise Wiesen bis man schließlich nach erneut drei Stunden die Mödlinger Hütte erreicht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Mödlinger Hütte (1523m) liegt traumhaft auf dem Plateau zwischen Reichenstein und Spielkogel. Die Hütte war auch richtig gut besucht und die meisten Gäste lagen draußen auf der Terrasse und ließen sich bei einem kühlen Bier die Sonne auf den Bauch scheinen. Wir bekamen ohne Reservierung auch noch zwei Betten in einem Matratzenlager. Aber wir hatten ganz schön Glück, denn für den nächsten Tag war bereits alles ausgebucht. Deshalb, am besten vor der Wanderung anrufen und reservieren, während der Wanderung hatten wir nämlich leider nirgendwo Empfang.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Hütte ist wirklich einer der entzückendsten Hütten in denen ich je übernachtet habe. Besonders lobenswert, die Hütte hat das österreichische Umweltzeichen verliehen bekommen. Die Matratzenlager sind liebevoll renoviert worden, und wirklich äußerst bequem. Eine Nacht kostet 20€ regulär, mit einer Alpenvereinsmitgliedschaft zahlt man nur noch die Hälfte! Wir teilten unser Lager mit genau einer weiteren Person, es war also wirklich sehr angenehm im Lager zu übernachten. Draußen auf der Terrasse gönnten wir uns noch Käsespätzle mit Salat. Nach so einer langen Wanderung brauche ich etwas Gehaltvolles im Magen, auf Grund dessen musste ich (leider) einen „Vegan-Break-Day“ einlegen. Nach dem zweiten Bier, einer Partie Schnapsen und einer Zirbe ging es dann auch schon völlig kaputt ins Bett.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIn der Früh wartete ein reichhaltiges Frühstücksbuffet auf uns. Für 8€ bekommt man eigentlich alles was das (normale) Frühstücks-Herz begehrt. Müsli, Eier, Käse, Wurst, Brot und auch einiges an aufgeschnittenem Gemüse, sogar eine Mango war mit von der Partie. Meinen „Vegan-Break-Day“ setzte ich also fort. Hätte ich mir einen veganen Aufstrich eingepackt wäre das ganze natürlich anders verlaufen… Aber manchmal geht es eben nicht anders. Um 9 Uhr hatten wir uns schon wieder zusammen gepackt und setzen unsere Wanderung fort.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADa der Abstieg nach Gaishorn mit nur zwei Stunden angeschrieben war, machten wir noch einen Ausflug zum Heldenkreuz, von wo man eine grandiose Aussicht auf Reichenstein und Admonter Kalbling hat. Der Weg dorthin ist recht einfach, und führt über einen kleinen Teich stetig Bergauf. In zwei Stunden schafft man den Weg. Schließlich folgte unser Abstieg nach Gaishorn, der hauptsächlich an der Forststraße entlang führt. Erst nach der Hälfte des Weges, kann man einige Etappen auch im Wald gehen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIn Gaishorn gibt es schließlich eine Bahnhof, von dort aus fahren regelmäßig Züge nach St. Michael, von wo man nach Bruck an der Mur und schließlich nach Graz oder Wien weiter fahren kann. Wir waren gegen 13 Uhr in Gaishorn, genossen dann noch ein Eis am See und stiegen schließlich um 14 Uhr in den Zug ein.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Gesäuse ist mit seinem atemberaubendem Bergmassiv und der unglaublichen Pflanzen- und Tiervielfalt (uns sind Schlangen und Salamander begegnet) ein richtiges Paradies. Die Mödlinger Hütte, aber auch die Oberst Klinke Hütte sind beides wirklich liebevolle Unterkünfte, die Ausgangspunkt für viele verschiedene Touren bieten. Ich komme bestimmt wieder und das nächste Mal ist auf jeden Fall der Admonter Kalbling dran!

Wart ihr schon mal in der Gegend? Erzählt gerne über eure Wandererfahrungen!

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3 Comments

  • Reply Christine Juli 2, 2017 at 2:43 pm

    Das klingt toll – danke für den Bericht! Im Gesäuse war ich bisher noch überhaupt nicht unterwegs, steht aber für diesen Sommer auf dem Plan… Wer weiß, vielleicht von Admont nach Gaishorn? ;-)

    • Mira
      Reply Mira Juli 2, 2017 at 7:22 pm

      Liebe Christine,
      für mich war es auch mein erstes Mal im Gesäuse, aber ich war gleich ganz Hin und Weg von der Gegend. Also wenn du eine schöne Region zum Wandern suchst, dann bist du dort auf jeden Fall gut aufgehoben! ;)
      Alles Liebe,
      Mira

  • Reply Mark Hilfe Juli 13, 2017 at 8:17 am

    Liebe Mira,
    ein guter Beitrag. Wir träumen schon lange auf Reise nach Bergen und deine Erzählung hilft uns bestimmt. Danke!
    Mark

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