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Warum ich überhaupt wieder zum Bloggen angefangen habe?

warum ich mit dem bloggen wieder angefangen habeFrüher war es mir immer peinlich Freunden oder Bekannten von meinem Blog zu erzählen, die zufällig darüber gestolpert sind. Mich selbst so in den Vordergrund zu rücken funktionierte nur vor einem fremden Publikum, aber nicht vor der eigenen Familie, oder den Schulkollegen. Auch wenn ich stolz auf das war, was ich mit meinem Blog damals schon erreichte, war es mir unangenehm darüber zu sprechen. Aber warum eigentlich? Okay, massenhaft Fotos in den verschiedensten Posen mit Selbstauslöser zu schießen ist wirklich nicht sonderlich cool. Ich ging damals auf eine Kunstschule, in der ich zwar viel über Medien gelernt habe, aber ein Fashionblog war dort trotzdem fehl am Platz. Ich hielt es also geheim. Was mich trotzdem reizte, war das präsentieren meiner Kleidung, die meines Erachtens zu wenig Publikum damals in Graz erreichte. Ich wollte mich austauschen mit anderen Bloggerinnen und war erstaunt darüber, wie viele Leserinnen ich mit meinem Blog erreichte.

Aus einem kleinen Hobby entwickelte sich damals schon ein kleiner Erflog. Ich bekam Päckchen zu geschickt mit tollem Inhalt und ab und an schrieb ich Artikel für die ich einfach bezahlt wurde. Ein Teenager Traum wurde wahr! Nach der Matura wurde ich allerdings immer fauler was das Bloggen anbelangt. Es gab ja auch nie irgendwelche Verträge mit den Firmen, die dir Produkte zu schickten, manchmal schrieb ich erst Monate später darüber… Als ich dann nach Wien zog hängte ich das alles an den Nagel. Ich habe das Bloggen irgendwie selbst als uncool erklärt, wahrscheinlich zu dem Zeitpunkt als neben mir in einem Kurs auf der Uni ein Mädchen mit Laptop saß und an ihrem Blogpost arbeitete über ihr neues tolles Nageldesign. Mir wurde übel, als ich daran dachte, dass ich unter dieselbe Kategorie wie dieses Beautyverliebte Mädchen fallen würde. Ich las noch immer gerne Blogs, die mich interessierten, begann aber eine Abneigung zu entwickeln gegen Blogs und Vlogs die täglich ein anderes Produkt präsentieren das sie gesponsort bekamen oder über Nichtigkeiten berichteten wie man einen Salat abmacht oder einen Brief faltet.

Nichts desto trotz fehlte mir dieses regelmäßige schreiben und mitteilen. Irgendwie gehörte das einfach zu mir dazu. Immerhin schrieb ich schon vor meinem Blog auf Livejournal ein digitales Tagebuch und erstellte mit 14 Jahren bereits meine erste Homepage. Lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich überhaupt Zeit und Lust hatte roedluvan wieder auferstehen zu lassen. Einen direkten Auslöser gab es irgendwie nicht. Ich wusste nur: wenn, dann möchte ich es richtig machen. Natürlich sollte die Qualität passen und ich schwor mir, nur Kooperationen einzugehen, die auch zu mir passen, auch wenn das heißt wahrscheinlich auf keine einzige einzugehen. Es ist immerhin mein Blog und für alles was dort steht muss und will ich grade stehen.

Das Bloggen tut mir gut, nicht etwa weil ich mich selbst verwirklichen kann, sondern vielmehr weil ich kritischer geworden bin. Auch wenn mein Blog noch keine so große Reichweite hat, wie die meisten hier in Österreich, muss ich doch immer wieder bedenken: ich stehe in der Öffentlichkeit damit. Wenn ich also mein neues H&M Shirt her zeige, bewerbe ich es gleichzeitig. Möchte ich das wirklich? DariaDaria war für mich immer ein sehr inspirierender Blog, der sich wirklich kritisch mit der Mode-, aber auch mit der Nahrungsmittelindustrie auseinandersetze. Zusätzlich kamen mir immer wieder Dokus unter, die mir aufzeigten, dass der massenhafte Konsum nicht nur schlechte Auswirkungen für die Umwelt sondern auch für die Menschen an sich hat.

Der Entschluss, dass ich mich nun nur noch vegetarisch ernähre hat bestimmt damit zu tun, dass ich wieder blogge. Aber auch mit meinem Modekonsumverhalten möchte ich noch kritischer umgehen. Früher wäre ich gerne auf ein Fashionevent eingeladen worden, heute muss ich den Kopf schütteln, wenn ich Events wie die von Bikbok sehe, wo sich Frauen in meinem Alter scharen um -30% auf Klamotten zu bekommen. Versteht mich nicht falsch, früher bin ich auch gerne ausgiebig shoppen gegangen und habe auch oft Stücke gekauft, die ich nie angezogen habe. Ich möchte das nicht gut heißen, aber ich denke auch, dass man mit dem Alter nach denken sollte, was und wie viel man tatsächlich konsumiert. Mit 19 Jahren war ich noch vom Taschengeld meiner Eltern abhängig und war froh, wenn ich bei Primark die neuesten Trends um wenig Geld shoppen konnte. Aber mittlerweile bin ich 25 Jahre alt, übernehme selbst Verantwortung für mein Geld. Eigentlich sollte ich es schaffen sinnvoll darüber nachzudenken, ob ich dieses Stück tatsächlich brauche oder ob ich mich nicht lieber ein bisschen länger umschauen sollte um ein ähnliches Stück zu finden, welches dafür fair produziert ist.

Natürlich möchte ich keine Moralapostelin sein, ich trage ja immerhin noch immer meine geliebten Mango Hosen und meine H&M Shirts, aber ich möchte hiermit festhalten, dass ich diese Ketten nicht weiter unterstützen möchte. Schon seit einem Monat meide ich den Gang in die besagten Kaufhäuser und habe tatsächlich nur einen Bikini gekauft bei Accesrorize, weil ich leider keinen einzigen schönen nachhaltigen gefunden habe. Ich möchte in Zukunft soweit es geht nachhaltig konsumieren, mehr Second Hand einkaufen oder im Kleiderkasten meiner Mutter kramen. Nur weil ich blogge heißt es nicht, dass ich bei jedem Trend mitziehen muss, es heißt auch nicht dass ich so handeln muss wie alle anderen Bloggerinnen.

Wie geht es euch mit dem Thema? Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

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1 Comment

  • Reply Winfried Wengenroth Juli 20, 2015 at 9:35 am

    In Anbetracht der Qualität deiner Texte hoffe ich, dass du nicht allzu bald mit dem Bloggen wieder aufhörst 🙂

    Lieben Gruß,

    Winnie

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