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#Plastikfasten – (fast) ohne Plastikmüll durch die Fastenzeit

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMit dem ersten März habe ich begonnen keinen Plastikmüll mehr zu konsumieren. Eigentlich ja auch schwachsinnig, warum sollte man für Müll Geld ausgeben? Obwohl wir es gar nicht wollen, landet Tag für Tag Plastik im Restmüll, der für die Verpackung von Lebensmittel verantwortlich war, oder den Transport erleichtern soll. Ich habe mir gedacht, dass das nicht sein muss und habe bis Mitte April Plastik gefastet. Wie es mir damit ergangen ist könnt ihr nach dem Klick lesen.

Über meine Anfangseuphorie und mein kleines Fasten-Tief habe ich ja bereits in den letzten beiden Beiträgen auf meinem Blog geschrieben, meine Zusammenfassung über die Zeit hat jetzt doch etwas länger gedauert. Lieber spät als nie! Was war besonders schwierig? Was ist mir leicht gefallen und wie wird es weiter gehen?

OLYMPUS DIGITAL CAMERANach dem ersten Monat wusste ich eigentlich schon ziemlich gut, wo ich alles bekommen konnte, was ohne Plastik möglich war und was nicht. Die Bio-Kiste, die ich jede Woche mit frischen regionalen Lebensmittel bekam, hat sich mittlerweile hervorragend in unseren Alltag integriert. Mein Freund besuchte nach der Arbeit am Weg nachhause regelmäßig Lunzers Maßgreislerei und im Badezimmer verbreitete sich ein leichter Essig-Geruch. Mittlerweile dient Essig bei mir als Saure-Rinse, nach dem Haare waschen, als Gesichtswasser und als Weichspüler. Mein neues Lieblingsprodukt also! Als unsere Zahnpasta allmählich ausging, besorgten wir bei Lunzers Zahnpastataps. Die sind zwar am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man mal den Dreh raus hat, merkt man keinen Unterschied mehr zu vorher.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWas uns allerdings wirklich noch zum Problem wurde war das Klopapier. Wir hatten einen guten Vorrat zuhause, als wir mit der Challenge starteten. Anfang April hatten wir dann aber nur noch eine Rolle zuhause und ich entschied mich dazu den langen Weg in den achten Bezirk zu machen um beim Greißler Smooth Panda zu besorgen, dass es dort in Karton verpackt gibt. Mit knappen 6€ nicht gerade billig, aber ich dachte mir, „hey, das kauf ich nur jetzt während der Challenge und dann nicht wieder“. Nach meiner langen Anreise in den 8ten Bezirk (ich wohne im Dritten), stand ich um 15 Uhr vor verschlossenen Türen, mit einem Schild „Bin um 15:30 zurück“ wurde ich vertröstet. Da war ich dann ziemlich angefressen.  Eine halbe Stunde warten, für eine Packung Klopapier, die so viel kostet wie drei Packungen? Noch dazu hatte ich wirklich einen shitty Tag hinter mir und keine Lust im Achten Bezirk herum zu laufen. Ich fuhr also ohne Klopapier wieder heim. Ich überlegte, ob ich das Smooth Panda Klopapier online bestellen sollte, verstand aber nicht, wie man eine Österreichische Adresse eingeben konnte, also gab ich auf. Zwei Wochen ohne Klopapier? Geht das? Aus der Not fingen wir also an hier und da eine Klopapier Rolle aus öffentlichen Toiletten mitzunehmen. Ja, das ist gar keine gute Vorbildwirkung und hat wohl auch gar nichts mit Zero Waste zu tun. Aber wir wollten einfach nicht noch mal in den 8ten Bezirk fahren und auch nicht bei DM Klopapier im Plastiksack kaufen. Das war auf jeden Fall eine Tiefpunkte während unserer #Palstikfasten Zeit.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASchaut man sich den Müll an, den ich in eineinhalb Monaten zusammen gesammelt habe, dann merkt man trotzdem was alles Möglich ist und dann wiederum, dass es ganz ohne gar nicht geht. Auf dem ersten Foto sind Hygieneabfälle natürlich nicht dabei, das wollte ich euch ersparen. Wir konnten beispielsweise nicht auf die Verpackung von Germ verzichten, die zwar in Papier verpackt kommt, aber innen eine Zellulose Beschichtung hat. Bei unserer Pizza-Lieferung kam mittlerweile ein kleines Plastikteil mit, das davon abhalten sollte, dass die Pizza zerdrückt wird im Karton. Was lernen wir daraus? Lieber auswärts essen! Die Etiketten mit Barcode und Preis, die man in der Obst-Abteilung bekommt, die haben wir durch unser Bio-Kistl zwar minimiert, aber ab und an haben wir trotzdem immer noch etwas extra gekauft, zum Beispiel sehr viel Bananen. Kleine Plastikverpackungen oder Etiketten kommen auch bei Glasflaschen oder ähnlichen Produkten mit, die auf den ersten Blick „plastikfrei“ aussehen. Die großen Plastiksackerl habe ich meinen neuen Kopfpolster und meinem neuen Glätteisen zu verdanken. Beide waren aber mehr als notwendig für mich.

#plastikfasten mein resüme 5Seit Ostern, also seit Ende der Fastenzeit leben wir wieder „normal“. Trotzdem hat sich aber einiges geändert und wir konnten durch unsere kleine Challenge ein neues Gefühl bzw. einen neuen Umgang mit Plastikmüll lernen. Wenn man mal sieht was alles möglich ist, dann kann man diese Möglichkeit auch ausschöpfen und weiter verfolgen. Wir haben uns darauf geeinigt, unsere Bio-Kiste auf jeden Fall weiter zu abonnieren. Trockene Lebensmittel wie Linsen, Sonnenblumenkerne, Reis, Nüsse usw. werden wir weiterhin von einem Unverpacktladen beziehen. Mittlerweile hat sogar einer bei uns ums Eck aufgemacht. Die Warenhandung Wenighofer und Wanits hat zwar noch nicht ganz so ein großes Sortiment wie Lunzers, aber auf jeden Fall das Notwendigste und das Personal ist auch super nett und hilfsbereit!

Einige Produkte bekam ich leider nicht ohne Plastik, wie etwa Tofu, Blätterteig, Toilettenpapier oder Binden für die Monatshygiene. Diese Dinge werde ich weiterhin in Plastik einkaufen, so lang es keine wirklich gute Alternative dafür gibt. Das Projekt Zero Waste ist für mich noch meilenweit entfernt, aber durch meine #Plastikfasten Challenge habe ich wirklich so viel dazu gelernt und war gezwungen erfinderisch und aktiv zu werden. Erfahrungen, die mich motivieren und auf die ich jetzt zurückgreifen kann.

Wer von euch hat auch schon mal versucht auf Plastik zu verzichten? Wie ist es euch dabei gegangen?

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4 Comments

  • Reply Jasmin Mai 7, 2017 at 5:22 pm

    Finde ich gut die Challenge! Ich versuche auch schon länger auf Plastik Müll zu verzichten, kaufe zum Beispiel auf dem Markt mein Obst und Gemüse oder manchmal gibt es auch im Supermarkt unverpacktes, was ich super finde. Jutebeutel sind da das A und O und sehr praktisch! Außerdem kaufe ich viel im Glas, darin kann ich dann auch wieder Dinge aufbewahren. Ganz ohne geht es bei mir im Bad auch nicht, bei Shampoo und Duschgel bin ich noch dem Plastik verfallen. Aber bei meiner Periode benutze ich eine Menstruationstasse, die ist super praktisch, hält länger als ein Tampon oder Binden und ist sehr hygienisch! Kann dir gerne meinen Erfahrungsbeitrag dazu verlinken: http://nimsajx.blogspot.de/2017/02/fotoshooting-mit-katze-1-jahr-anti-babypillenfrei-menstruationstasse-yoga-veggie-alleinereisen.html

    Außerdem finde ich die YouTuberin Gittemary super cool und sie gibt tolle Tipps zu Zero Waste :)

    Liebe Grüße und schönen Sonntag noch!
    Jasmin

    • Mira
      Reply Mira Mai 7, 2017 at 6:58 pm

      Liebe Jasmin,
      find ich super, dass du da auch mit so gewissenhaften Schritten an das Thema ran gehst!
      Als Shampoo und Duschgel verwende ich auch nur noch Seifen. Hast du das schon mal ausprobiert? Am Anfang ist das noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber mittlerweile find ich es fast besser. Es fühlt sich auch “ehrlicher” an… ;)
      Über die Menstruationstasse habe ich auch schon nachgedacht, allerdings habe ich da noch so meine persönlichen Bedenken, da ich auch nicht sehr gerne Tampons benutze… Aber früher oder später möchte ich mich auch damit anfreunden. Danke für den Link und den Youtube Kanal auf jeden Fall! Das werd ich mir bestimmt bald mal anschauen!

      Alles Liebe,
      Mira

  • Reply Steph Mai 8, 2017 at 4:46 pm

    Toller Bericht! Hast Du denn viel selbst gemacht? Ist mir aufgefallen, z.B. Kräcker o.ä. muss man halt selber machen.

    • Mira
      Reply Mira Mai 8, 2017 at 8:28 pm

      Liebe Steph,
      ja genau. Das hab ich in meinem letzten Beitrag auch ein bisschen Beschrieben, wie ich einigen selbst machen musste. Zum Beispiel hab ich öfters Keckse gemacht, weil ich so lust auf was Süßes hatte. Oder Aufstriche haben wir auch immer wieder selbst gemacht, weil es bei Spar zum Beispiel keinen im Glas gibt. Und Brot machen wir eben auch immer selbst.

      Alles Liebe,
      Mira

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