FAIR FASHION

Outfit: von Kopf bis Fuß

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEs gibt eine kleine Premiere zu feiern: mein erstes Outfit bei dem ich von Kopf bis Fuß mit Fair Fashion ausgestattet bin. Seit ich mir 2015 einen Shopping-Bann auf alle großen Modehäuser erlegt habe, zogen immer mehr fair produzierte Teile, aber auch second hand Stücke in meinen Kleiderkasten ein. Trotzdem habe ich natürlich noch immer meine alten „fast-fashion“ Shirts angezogen, immerhin schmeißt man die dann nicht einfach auf den Müll. Langsam aber doch löste hochwerte Bio-Baumwollkleidung meine  abgetragenen H&M Teile ab. Zu guter Letzt sind nun auch meine ersten fairen Schuhe eingezogen, und machen somit mein Outfit komplett.

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Alles mit der Ruhe“

 „nicht von einem Tag auf den anderen“

Das sind Sätze die man immer wieder hört wenn es um nachhaltige Themen geht, die ich so auch sofort in allen Lebenslagen unterschreiben kann. Auch der Kleiderschrank ist ein Prozess. Vom Shoppaholic habe ich mich tatsächlich zum Minimalisten entwickelt, und obwohl mein Kleiderschrank noch immer prall gefüllt ist (ich kann mich von den meisten Sachen einfach nicht trennen), habe ich in den vergangen Jahren unglaublich viel an (Kleider-)Ballast abgeworfen. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass ich dadurch meinen eigenen Stil gefunden habe. Früher war ich doch sehr konzertiert auf Trends und habe oft Dinge getragen, die mir nicht gut gepasst haben und in denen ich mich teilweise unwohl gefühlt habe. Je mehr ich über die Wahl der Kleider und dessen Konsum nachdenke, je präziser wurde mein Stil. Und schließlich habe ich angefangen immer wieder zu gleichen Farben und Schnitten zu greifen. Was dabei raus gekommen ist, kann man ja recht gut in den Outfit-Posts der letzten zwei Jahre beobachten. Die Outfits sehen sich alle sehr ähnlich und oft findet man auch Lieblingsteile oder Basics immer wieder auf den Fotos.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWann merke ich persönlich, dass ich unbedingt ein neues Kleidungsstück oder Accessoire brauche? Richtig, wenn ich sehr sehr lange über die Kaufentscheidung nachdenke und das Produkt immer wieder online aufrufe. Okay, zugegebener Maße; das habe ich früher öfters gemacht. Tatsächlich haben sich meine geliebten Budapester Schnürschuhe, die ich vor fünf Jahren am Flohmarkt um 3€ gekauft habe von meinen Sohlen verabschiedet. Ich habe sie etliche Male zum Schuster gebracht, aber irgendwann musste ich mir eingestehen, dass die Schuhsole dahin ist. „Fällt eh nicht auf“ habe ich mir gedacht… Tut es auch nicht, nur im Regen war es dann doch blöd, als die Füße am Anfang eines langen Arbeitstages nass waren.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Schuhe habe ich auch tatsächlich nur zum Arbeiten genutzt. Sie waren perfekt. Bequem, schick und schwarz. Und sie sahen auch noch super aus, wenn man nach der Arbeit noch auf ein Konzert gegangen ist. Jetzt mussten also neue Schuhe her und ich hab mich wirklich lange umgeschaut in der fairen, veganen Schuh-Szene (als würde es da sooo viel Angebot geben…), schlussendlich habe ich mich in die Schnürschuhe von Matt and Natt verliebt. Immerhin war ich ja schon super zufrieden mit dem Rucksack von der kanadischen Firma, Schuhe sind dann doch ein anderes Kaliber, aber ich musste es wagen. Ich habe die Schuhe über den Onlineshop avesu.de bekommen, die ausschließlich vegane Schuhe verkaufen, die meisten (oder sogar alle?) sind auch fair produziert. Jetzt bin ich super happy mit meinen neuen Arbeitsschuhen und davon überzeugt, dass sie auch mal „Freizeitluft“ schnuppern dürfen!

OLYMPUS DIGITAL CAMERASchnürschuhe von Matt and Nat (vegan und fair produziert) // Jeans von Haikure (Bio-Baumwolle und fair produziert) // Shirt von Armedangels (Bio-Baumwolle und fair produziert) // Rucksack von Matt and Nat (vegan und fair produziert) // Mantel ist second hand

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Wie handhabt ihr das mit eurem Kleiderschrank? Kauft ihr nur ab und zu ein faires Teil, oder immer? Freu mich über euren Input!

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2 Comments

  • Reply Christl Mistl Oktober 19, 2017 at 9:29 pm

    Glückwunsch zu diesem Meilenstein! Ich finde es richtig klasse, wenn Menschen, wie du, das so gut durchziehen. Ich bin ehrlich, gerade was Fair Fashion angeht, tue ich mich noch etwas schwer. Nachhaltig leben ist halt ein Prozess, bei dem man ständig dazulernt. Mein Fokus lag zunächst eher auf der ökologischen Schiene – ich glaube mittlerweile sagen zu können, dass ich da jetzt ziemlich gut durchblicke. Die soziale Seite war/ist noch nicht ganz so stark ausgeprägt. Bei mir ist es seit zwei Jahren so, dass ich nur noch nach Bedarf shoppe, also dann mal eine Jeans im Jahr oder so. Denn früher habe ich ständig zugeschlagen und das hat mich irgendwann erschlagen. Ich habe genug Kleidung, die wird jetzt erst einmal aufgetragen. Shoppen erfüllt mich nicht und macht mir mittlerweile keinen Spaß mehr. Auch wenn ich kaum noch neue Kleidung kaufe, ist das, was neu reinkommt nicht immer fair. Denn ich finde es schwierig im stationären Handel immer fündig zu werden, da bietet die Onlinewelt dann doch bessere Möglichkeiten an. Aber da ich ungern online shoppe… Ich stehe halt noch sehr am Anfang in diesem Bereich, bin aber motiviert, es zu ändern. Meine ökologisch nachhaltigere Lebensweise hat auch vor einigen Jahren mit kleinen Schritten angefangen und wurde immer intensiver und man lernt ja nie aus! So ist das jetzt auch mit der sozialen Nachhaltigkeit hoffentlich auch – ein Prozess, der sich entwickelt. Daher lese ich immer sehr gerne solche Posts. Schönes Outfit nebenbei – ich liebe Streifen!
    Liebe Grüße
    Chrissie

    • Mira
      Reply Mira Oktober 20, 2017 at 10:21 am

      Liebe Chrissie,
      vielen dank für dein liebes Kommentar!
      Ich sehe fair oder slow fashion nicht unbedingt nur als “soziale” Änderung, sondern sehr wohl auch als eine ökologische. Man bewegt sich also weg von den großen Konzernen, die jede Woche eine neue Kollektion auf den Markt bringen und massen an Produkten dann auf dem Müll landen. “Fair produziert” heißt in vieler Hinsicht auch weniger zu produzieren, manche Labels lassen sogar nur nach Bedarf schneidern und achtsamer zu Produzieren, mit nachwachsenden, biologischen Materialien zu arbeiten und eventuell sogar mit umweltschonenden Färbetechniken zu arbeiten.
      Also fair fashion bedeutet eigentlich viel mehr als “nur” die Arbeitsbedingung der NäherInnen zu verbessern. Wenn du aber ohnehin nur selten neue Kleidung kaufst, ist das für dein Kaufverhalten jetzt die große Belastung. Trotzdem kann ich dir empfehlen, dass wenn du dir schon ein einziges neues Teil kaufst, dass du da vielleicht wirklich in ein faires oder bio-zertifiziertes Teil investierst. Da freut man sich gleich doppelt über sein neues Stück. (muss vielleicht nicht gleich bei der Jeans sein, weil das ist wirklich noch etwas schwierig, aber zum beispiel bei einem Shirt oder Pullover, die kann man nämlich mittlerweile auch gut offline kaufen! ;)

      Alles Liebe,
      Mira

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